Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Wilhelm Eduard Wilda.

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Math nur sehr getheilten Beifall. Gervinus namentlich griff das-
selbe Ln einer ausführlichen Recenston aufs schärfste an, und eS
läßt sich nicht läugnen daß der von ihm ausgesprochene Tadel in
gar mancher Beziehung wohl begründet ist Der Vorwurf zwar,
daß der Gegenstand nicht weit genug gegriffen, daß insbesondere
den italienischen Stadtrechten, den spanischen Fueros und den
niederländischen Keuren nicht die gehörige Beachtung geschenkt sey,
trifft mehr die Kopenhagener Akademie, welche ihre Aufgabe zu
eng begränzt stellte, als den Bewerber, welcher die so gestellte
zu bearbeiten unternahm; dagegen hat allerdings dieser letztere
eine gewisse Unsicherheit in der Begränzung seines Materials zu
verantworten, vermöge deren bald zu wenig bald zu viel in den
Kreis der Untersuchung gezogen wurde, — eine sehr weit gehende
Ungleichförmigkeit in der Behandlung desselben, vermöge deren
auf die Entstehungsgeschichte des Gildenwesens, dann auf die so-
genannten Schutzgilden unverhältnißmäßig viel Raum und Zeit ver-
wendet wurde, während die so wichtigen Kaufmanns- und Hand-
werksgilden und deren Zusammenhang mit der Handels- und Ge-
werbsgeschichte, dann auch die Geschichte des Verfalls der In-
nungen und die Darstellung ihrer wenigen noch vorhandenen Ueber-
refte allzu kurz abgefertigt werden. Ungerecht scheint aber der
auf Grund solcher Ausstellungen von Gervinus erhobene Vorwurf
eines rein antiquarischen Dilettantismus. Nicht aus einer launen-
haften Vorliebe des Verfassers für diese oder jene einzelne Seite
seiner Aufgabe dürste deren unvollständige und ungleichmäßige Be-
arbeitung zu erklären seyn, sonderneinfach aus dessen Unvermögen,
das überaus weitschichtige, den verschiedensten Quellenkreisen zu
entnehmende Material vollständig zu bewältigen, ja auch nur
die volle Ausdehnung und die richtige Gliederung seiner Aufgabe
mit festem Blicke und klarem Auge zu überschauen. Dieses Un-
vermögen wird aber niemand dem Verfasser verargen wollen, der
einerseits die ungeheure Ausdehnung der ihm gestellten Aufgabe
und die unendliche Schwierigkeit bedenkt, welche die auch nur
oberstächliche Orientirung in den verschiedenen hier einschlägigen
Quellengebieten macht; andererseits aber auch die Jugend des
Verfassers und die Kürze der Zeit in Rechnung bringt, die
für die Bearbeitung einer Preisaufgabe zugemessen zu seyn pflegt.
Nock ehe die w eben besprochene Schrift im Drucke erschie-

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