Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

280 Ueber die langobardischen Gesetze.
so steht es auch bei Pertz Leg. I. 193 als Anhang zu den Kapi-
tularien Karls d. Gr. und Leg. I- 528 als Anhang zu Ludwig II.
Das Edictum de anno I. ist nur in den Handschriften von
Madrid, La Cava und Paris 4613 erhalten. Die Aechtheit der-
selben wird durch die Chronik des Mönchs vom Berge Soracte
aus dem X. Jahrhundert bestätigt, welcher die Veranlassung des
Edicts mittheilt (Pertz Monumenta Scriptorum III. 703. Vesme
p. LXXXVI. Merkel Geschichte des Langobardenrechts S. 18).
Das erste Capitel des Edicts widerrief die von Rachis und dessen
Gemahlin Talsta gemachten Schenkungen; auS diesem Grunde
scheint das ganze Edict unter Desiderius, der die Anhänger des
Rachis gewinnen wollte, wieder beseitigt worden zu seyn.
Ueberblickt man die Zahl der dem alten Terte theils neu hinzu-
gefügten theils gestrichenen Gesetze, so ergibt sich schon allein hier-
durch die große Wichtigkeit der neuen Ausgabe. Diese Wichtigkeit
wird noch erhöht, wenn wir die gänzlich neue. Gestalt des Textes
selbst inS Auge fassen, auf dessen Einzelheiten einzugehen wir uns
versagen müssen. Erst jetzt ist es möglich geworden, das lango-
bardische Recht in seiner ursprünglichen Gestalt zu erkennen, und
eine Reihe her neuen Lesarten beweist, daß die bisher üblich
gewesenen das Product der Neuerung und häufig der Einwirkung
römischer Rechtsbegriffe waren. Man darf sagen, daß es keinen
Zweig der Rechtsgeschichte gibt, welcher nicht durch die Benutzung
des neuen TerteS bereichert werden würde. Zugleich ist mit der
Wiederherstellung der Edicte in ihrer ursprünglichen Gestalt auch
die Grundlage gewonnen, von welcher aus sich die ganze Ent-
wicklung des Langobardenrechts bis zur Lombarda und darüber
hinaus verfolgen läßt.
ES bleibt noch übrig von den Anhängen zu handeln, welche
Vesme seiner Ausgabe der Edicte hinzugefügt hat. Es sind in
denselben theils unedirte theils neu edirte Documente wiedergegeben,
welche sich auf die.Geschichte deS langobardischen Staats und
Rechts beziehen. Einzelne derselben sind unentbehrlich, dagegen
können wir uns mit der Aufnahme mancher dieser Stücke nicht
einverstanden erklären. So dürften der I. und II. Anhang kaum
an dieser Stelle und mindestens nicht in dieser Gestalt erscheinen.
Der erste Anhang enthält die Ueberarbeitung der Origo gentis
Langobardorum, welche sich in der Gothaer Handschrift der

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