Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

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Heber die langobardischen Gesetze.

hat den Coder bis zu Rotharis c. 154 eorrigirt, die Eorrecturen
sind jedoch ebenfalls einer guten Handschrift entlehnt. Von beiden
Schriftarten hat Vesme Proben gegeben. Nun steht zwar die
Vercelleser Handschrift jener von St. Gallen an Alter nach, den-
noch gibt sie einen bessern und correctern Tert als die letztere und
übertrifft sie an Vollständigkeit. Das erste Blatt bildet oen An-
fang der zweiten Quaternion und beginnt mit dem Schluffe des
Registers, mit Rotharis c. 183, nicht aber, wie in Pertz Archiv
V. 233 angegeben ist, mit e. 26. Damit fällt auch die Vermu-
thung Bethmanns, daß die verloren gegangene erste Quaternion
jene historische Einleitung enthalten habe, welche wir unter dem
Namen der Origo gentis Langobardorum oder deS Chronicon
Rotharis kennen *). Er setzte voraus, daß der erhaltene Theil
des Registers mit Rotharis e. 26 beginne. Da nun aber die
erste Ziffer Rotharis e. 183 ist, so läßt sich berechnen, daß außer
Rotharis Prolog und dem Anfang des Registers keine weiteren
Stücke in der verloren gegangenen Quaternion vorhanden waren.
Die Vercelleser Handschrift folgt einer eigenthümlichen Zählung.
Sowohl im Register als im Terte sind die Gesetze sämmtlicher
Könige fortlaufend numerirt. Daö letzte im Register citirte Gesetz
führt die Ziffer 552, es ist ein Gesetz Liutprands, welches im
Tert verloren gegangen ist. Das letzte Blatt der Handschrift
selbst enthält Liutprand c. 138, 139, von denen cap. 139 in
dieser Gestalt bisher unedirt war. Bluhme löste im I. 1822
dieß Blatt von dem Einband ab und machte die Schrift durch
Reagentien wieder lesbar. Eine Copie des Blattes von Bluhme's
Hand ist noch im Coder zu finden. Die Frage, welches der voll-
ständige Inhalt der Handschrift gewesen sey, wird durch das Re-
gister der Gesetze gelöst. Denn da das Register mit Liutprand
schließt, so hat auch der vollständige Coder weder die Gesetze des
Rachis noch jene des Aistulf enthalten. Dadurch aber läßt sich
zugleich das Alter wenn nicht der Handschrift selbst so doch ihres
Originals bestimmen, das Original wenigstens muß zu der. Zeit
geschrieben seyn, als Rachis Gesetze noch nicht erlassen waren.
3) Codex Eporediensis Archivii Capitularis n. 34 saec.
IX. in Qnartform. Die Handschrift wurde 1843 von Amedeo

*) Bethmann in Pertz Archiv X. 354.

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