Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

t06 Die periodische Literatur des gem. deutschen bürgerl. Processes.
p. Wening - Ingen heim ist v. Schröter der Redaction
beigetreten. Processualische Arbeiten sind: Band 11.
1) Ist der Civilrichter an den Ausspruch des Cri-
minalrichters gebunden und umgekehrt? Von Zim-
mermann (Nr. II. S. 54 — 84).
Die Frage, welche mit der in Nr. 3 und Nr. 5 unter 1.
behandelten zusammenfällt, wird nach römischem und eanonischem
Rechte, nach der Bestimmung der Carolina unter Beachtung des
Einflusses der italienischen Praktiker, nach dem französchen Rechte
und der Natur der Sache in scharfer gedrängter Darstellung ge-
würdiget, und als das Ergebniß der Untersuchung aufgestellt: daß
sowohl nach dem Geiste der C. C. C. als nach dem französischen
Rechte und nach der Natur der Sache der Civilrichter stets an
die Aussprüche des Criminalrichters über die von dem letzteren
sestgeftellten Thatsachen gebunden ist, und nur darüber zu entschei-
den hat, welche eivilrechtlichen Folgen sich an diese Thatsachen
knüpfen, mögen die Thatsachen nun in beiden Processen sich gänz-
lich decken, so daß sie in gleicher Weise allein und ausschließlich
in beiden Vorkommen, oder mag von dem Strafrichter daneben
noch über weitere für das Strafverfahren allein relevante
Thatsachen entschieden worden seyn. Umgekehrt ist der Straf-
richter nur alsdann an die Aussprüche des Civilrichters gebun-
den, wenn diese sich über rein civilrechtliche Fragen verbreiten,
ohne daß sie für sich allein je Gegenstand der Untersuchung in
einem Strafverfahren werden können, und entweder dem Straf-
verfahren vorausgingen oder in einem bei Beginn des Criminal-
processes bereits anhängigen Civilverfahren erfolgten.
Hieran reiht sich in Bd. 12 Nr. VIII. S. 216 — 246
vom nämlichen Autor eine weitere Erörterung derselben Frage,
wobei insbesondere die Bestimmungen der neueren Gesetzgebungen
und die Resultate der Praxis dargelegt, und zuletzt die Sätze auf-
gestellt werden, welche der Verfasser für nothwendig hält, um
das Verhältniß in der Strafproceßordnung näher zu bestim-
men, worauf in der Civilproceßordnung zu verweisen wäre. Die
in Band 11 zunächst folgende Abhandlung über die dilato-
rischen Einreden und Proeeßeinwendungen von
Pfeiffer müssen wir einer späteren Besprechung Vorbehalten,
da dieselbe die im 12len Bande verheißene weitere Fortsetzung in

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