Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

Ueber angelsächsische Rechtsverhältnisse.

415

mittelbar dem König zur Seite stehende Classe (12. hy«foi«en»),
und in eine geringere, oft mittelbare (6. hyndemenn, früher auch
gesidhas genannt) zerfällt; dabei soll aber dem thvgn der Besitz
von 5 Hiden Landes von Anfang an wesentlich gewesen seyn,
und aus der ersten Theilung des Landes unter das Gefolge sich
erklären; später sey eben, was ursprünglich nur äußerer Lohn
gewesen, zur Grundlage deS Standes geworden.*) Wegen des
sie verbürgenden Grundbesitzes seyen ferner die Aemter ausschließ-
lich den thegnas übertragen worden, während auch nur ihnen die
niedere Gerichtsbarkeit zugestanden habe. Der Verfasser macht
demnach wenigstens den Versuch, die doppelte Grundlage, welche
er dem Thegenstand gleichzeitig zuschreiben zu sollen glaubt, zu
einer inneren Einheit zu bringen; daß freilich erst vom Ende deS
9ten Jahrhunderts an der Grundbesitz als Voraussetzung des
Standes gilt, und selbst noch zu Anfang des lOten Jahrhunderts
einmal von thegnas die Rede ist, die nicht gelandod sind, läßt
er unbeachtet. Auch Turner will den Thegenstand zugleich auf
den Königsdienst und den Grundbesitz stützen, indem er neben
einem Erbadel, der weder Titel, noch politischen Rang oder Ein-
fluß gewährt habe, einen jedermann erreichbaren, auf dem Grund-
besitz ruhenden Adel annimmt, und mit diesem den Vorzug der
thegnas und die Unterscheidung der 2. 6. und 12. hyndemenn
zusammenbringt, daneben aber auch wieder gelegentlich der mit
einzelnen Aemtern verknüpften Auszeichnungen der eyninges
thegnas gedenkt, und diesen zumal gerichtliche Functionen über-
tragen seyn läßt; auch er unterscheidet dabei zwischen höheren oder
königlichen thegnas und geringeren. * 2) Eine wesentlich andere
Wendung gibt dagegen der Sache Palgrave. Er läßt seinen
regierenden Adel (die eorlas, thegnas) in zwei Elasten zerfallen,
deren eine, durch Grundbesitz ausgezeichnet, die 12. hyndemenn
bilden, während die andern, ohne Grundbesitz und dämm im
Dienst der ersteren, die 6. hyndemenn oder sidhcundmenn, auch
wohl geringere thegnas genannt, ausmachen; dabei bemerkt der-
selbe aber ausdrücklich, der Ausdruck thegn Habe ursprünglich nur

*) S. 569—72.
2) III, S. 46-9; v-l. G. 133-8.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer