Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

372 Die neuesten Leistungen auf dem Gebiet der Geschichte
Kläger zu seiner Sache oder ihrem Werth hätte gelangen können.
Im Sponstonsproceß — da werde ein solches Medium geschaffen, in-
dem der -Beklagte durch eine besondere Stipulation sich verpflichte,
die Sache zu restituiren, sobald für den Kläger judicirt würde;
dieser accefforische Vertrag begründe dem Eigenthümer eine directe
Klage auf Auslieferung der Sache; im Sacramentsproceß dagegen
fehle eine ähnliche Abhülfe; woraus hätte nun die Verpflichtung
zur Restitution entspringen sollen? Es bleibe nur die Annahme
übrig, daß das geschehen sey durch das Urtheil.
Allein es bedurfte einer Begründung der Restitutionsverbind-
lichkeit durch die Form des Urtheils keineswegs; die Verpflichtung
dazu entstand im Vindicationsproceß vielmehr einfach und un-
mittelbar durch das Gesetz; die Verpflichtung des Beklagten, die
Sache herauszugeben war eine gesetzliche Folge des richterlichen
Ausspruchs, daß das sacramentum des Klägers iustum sey
(vgl. Savigny, System VI. S. 314).
Uebrigens kann ich auch die hinsichtlich des SponsionS-
proceffes geäußerte Meinung, als sey hier das zur Restitution
verpflichtende Medium eine besondere Stipulation — die stipula-
tio pro praede litis et vindiciarum, nicht theilen.
Sie wird widerlegt schon durch eine unbefangene Betrachtung
des von
Gaius IV. 88—94.
Berichteten. Darnach ist nämlich der Zweck der stipulatio pro
praede litis et vindiciarum gerade nicht der von St. behauptete/
sondern lediglich der der Sicherheitsleistung durch Bürgschaft. Ich
habe das bereits in meiner Schrift
daS Erlöschen des klägerischen Rechts S. 36—41.
ausführlich und, wie ich hoffe, überzeugend dargelegt. Freilich ist
St. auf diese Ausführung nicht näher eingegangen; ich will
gleichwohl die Hauptgründe gegen seine Meinung über die Function
der stip. pro pr. I. v. hier entwickeln, da die Frage für die
Entwickelung des römischen Civilprocesses von principieller Be-
deutung ist.
St. selbst verneint daS Dafeyn eines der stip. pro praede
I. v. analogen accefforifchen Vertrags für den Sacramentproceß —
und daS mit Recht, indem namentlich dic praedes einen solchen
nicht voraussetzen, da sie durchaus nicht bloß hinzutreten können

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