Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

des römischen Civllprocesses. 367
so ist doch „daS dingliche Recht selbst auch unmittelbar daS Object
der actio" gewesen, denn die actio ist eben die legis actio, daS
Verfahren in iure, dieses aber betraf ja auch nach unserer An-
nahme unmittelbar das dingliche Recht, indem, wie niemand be-
streitet, der Kläger dasselbe in gesetzten Worten feierlich geltend
machte.
b) In §. 5 und 6 führt St. aus, daß das Urtheil im
Sacramentsproceß nur das dingliche Recht selbst betroffen habe.
Diese Ausführung wird eröffnet mit der Widerlegung der
herrschenden Ansicht, und diese Widerlegung fangt an mit der
Bemerkung, die hauptsächlichste Begründung der herrschenden An-
sicht bestehe in einer Berufung auf die Analogie der sponsio
praeiudicialis. Ihm gegenüber, der eben diese Analogie bestreite, sey
jener Grund natürlich eine petitio principii. Ich muß durchaus
auf diesem Grund für die herrschende Ansicht beharren, und zwar
ohne den Vorwurf einer petitio principii befürchten zu müssen,
weil sich die Berechtigung des fraglichen Arguments aus dem von
mir schon oben (gegen St.'s §. 3) dargelegten Parallelismus
zwischen der sponsio praeiudicialis und der legis a. sacramento
ergibt.
Uebrigens kann der Beweis, daß daS Urtheil im Sacraments-
proeeß darauf gelautet habe: utrius sacramentum iustum sit, ge-
führt werden, ganz unabhängig von obiger Analogie, direkt durch
Ouellenzeugnisse, nämlich
Cic. pro Caecina 33.
Cie. de orat. 1, 10, 42.
Cic. pro domo 29.
Cic. pro Milone 27.
Arnobius advers. gentes 4.
Von diesen fünf Stellen sind die drei ersten entschieden die
wichtigsten. Zu ihrer Beseitigung beruft sich St. auf Dernburg's
Interpretation derselben (Heidelb. krit. Zeitschr. I. 462), die ich
aber in Meinet obigen Ausführung bei der Lehre von den decem-
viri genügend widerlegt zu haben glaube.
Ich Muß die gemeine Meinung über die Form des Urtheik-
im Sacramentsproceß schon durch jene Ausführung im Wefeitt-
lichen jm erwiesen halten. Dieselbe erhält übrigens eine nicht
unerhebliche Unterstützung durch die zuletzt angeführte Stelle de-

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