Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

des römischen Civilproceffes. 3ßh
machte Bedeutung derselben für die vorliegende Streitfrage hin-
weist in den Worten: ,.quia in locum praedium successit (sc;
stipulatio pro praede 1. v.), quia olim, cum lege agebatur,
pro lite et vindiciis.a possessore petitori dabantur
praedes,“ überhaupt die ganze Entwickelung bei GajuS IV. 88.
bis 100. zu unserer Auffassung wahrhaft drängt, indem hier,
wiewohl zunächst von der Verpflichtung zur Cautionöleistung
die Rede ist, die in rem actio per sponsionem, waS ihr Wesen
als in rem actio im Allgemeinen betrifft, als der legis a. sacra-
mento und der formula petitoria ganz gleichartig behandelt wird.
Seiner bisher erörterten Nachweisung reiht St. dafür, daß
im Legisactionenproceß nur das dingliche Recht selbst den formellen
Gegenstand des Processes gebildet haben könne, noch einige weitere
Gründe an, zunächst
a) in §. 4 die Behauptung, daß im Legisactionenproceß nur
das dingliche Recht und kein anderes in indicium deducirt
werde. Hinsichtlich dieser Behauptung verdient St. sicherlich Bei-
stimmung, übrigens mit dem Vorbehalt, daß nicht daS'dingliche
Recht selbst, also z. B. das Eigenthumörecht, sondern nur der
Anspruch, den die Klage gegen den Beklagten aus dem dinglichen
Recht ableitet und verfolgt, in indicium deducirt und consumirt
wird. *)

0 S. 30 behauptet freilich St>, Gaius IV. 107. 108. ergebe, daß
das dingliche Recht selbst es gewesen, welches ipso iure consumirt
worden: denn gerade hierin liege einer der Grundsätze, welchen er im
Vergleiche zum Processe seiner Zeit hervorheben wolle; allein die frag-
lichen Stellen sagen umgekehrt sonnenklar das Gegentheil, denn sie
sprechen mit keiner Sylbe von dem dinglichen Recht selbst, sondern von
der actio, und der Gegensatz, um den es sich handelt, ist die Aufhebung
der actio ipso iure und ope exceptionis. Keller war hiernach im Irr-
thum, wenn er S. 251 und 252 seiner Litiscontestation sagte: die An-
sicht, die Consumtion treffe das dingliche Recht selbst, „werde wohl
niemanden in den Sinn fallen und deren Absurdität falle so du die
Augen, daß davor nicht gewarnt zur werden brauche." Vgl. Keller
a. a. 0. S. 119 Note 9.
In Note * wendet sich St. gegen meine „Andeutung," daß es
schon im Legisactioneuproceß eine exceptio rei iudicatae gegeben habe,
und führt dagegen Gai. IV. 108. an. Sr wiederholt damit etue Oy-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer