Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

5. Ueber angelsächsische Rechtsverhältnisse. (Fortsetzung von Band I. Nr. XVIII. 3) : (Fortsetzung von Band I. Nr. XVIII. 3)

III.

Meber angelsächsische Rechtsverhältnisse.
(Fortsetzung von Bd. I. Nro. XVH. 3.)
Neben seiner inneren Seite, welche wir bisher vorwiegend
im Auge gehabt haben, gewinnt nun aber das Verhältniß zwischen
Herrn und Mann auch dritten Personen und dem Staate gegen-
über eine eigenthümliche Bedeutung, und diese ist es, welche vor-
zugsweise auf die Gestaltung der Standesverhältnisse einen Ein-
fluß übt. Die Erweiterung der Familie, welche durch die Auf-
nahme freier Hausdiener erfolgt, wird vom Staate anerkannt ;
die gegenseitige Unterstützungspflicht zwischen Herrn und Mann,
die Herrschaft des ersteren über den letzteren, läßt sich der Staat
gefallen, und achtet insbesondere auch die Autonomie der Ver-
bindung in vollstem Maße: er fordert aber auch andererseits, daß
der Herr mittelst der ihm zustehenden Gewalt seinen Mann zur
Erfüllung aller und jeder Rechtspflichten gegen Dritte wie gegen
den Staat selbst anhalte. Wir haben gesehen, wie das Landrecht
Herrn und Mann gestattet, je in Vertheidigung des andern zu
fechten, wie es den am Herrn begangenen Verrath blutig straft,
und wir dürfen dem beifügen, daß auch nach angelsächsischem
Recht Herrendienst als ehehafte Noth begründend anerkannt ist; 4)
in gleicher Weise gewährt das Recht dem Herrn im Falle der
Tödtung seines Mannes eine eigene Buße jmanbot), welche dem
an die Verwandtschaft zu entrichtenden ner völlig parallel steht,* 2)
und wenn Verwandte fehlen, sogar den Anspruch auf das ganze

*) Eadg. Hundr. §. 7
2) Aedhelb. §. 25; In. §. 76. Es ist dieß dieselbe Zahlung, wie
die, welche das norwegische Recht als buslLarlsgjöld bezeichnet.

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