Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

de- rSmlsche» Eivilpr-eesses.

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Ist aber die Jurisdiction seither de» Consuln entzogen, so
kann die Unwirksamkeit des Imperium des Jmisbietionsmaglstrats
gegen einen höheren oder gleichen Magistrat auch nicht mit der
Jurisdictionsbefugniß der letzteren Zusammenhängen; zudem ist daS
Imperium ausgeschlossen gegenüber von allen MagistratuS
msiores und den Volkstribunen, während doch die letzteren und
mehrere der ersteren keinerlei Jurisdictionsbefugniß haben (vgl. die
von K. selbst, §. 46 Note 542 reichlich angeführten Stellen). Die
Unwirksamkeit des Imperium jenen Personen gegenüber war wohl
ein selbständiges Princip des römischen Staatsrechts.
2) Die Civilrechtspflege zerfiel seit uralter Zeit in zwei
Stadien, die Verhandlung in iure und in iudicio. Es findet sich
hier die treffende Bemerkung: daß dem iudicium nicht bloß die
Thatsachen anheimgefallen seyen; darin sey bei der Vergleichung
mit den heutigen Schwurgerichten (für Civilsachen, und, abgesehen
von den Aftergebilden, auch für Strafsachen) eine Aehnlichkeit,
nicht eine Verschiedenheit zu finden. Ebenso ist in der daran ge-
knüpften Erörterung des Wesens der extraordinsris cognitio die
weitere Bedeutung, an welcher von einem Verfahren extra ordi-
nem gesprochen wird (vorbereitende Verfügungen und augenblick-
liche Schutz- oder Zwangsmaßregeln), in schlagender Weise charak-
terisirt.
Der 8. 2 zählt die mit der Rechtspflege in Rom, Italien und
den Provinzen betrauten Magistrate aus, und erörtert ihre dieß-
fallsigen Befugnisse und hier namentlich den Unterschied zwischen
iurisdictio und imperium mixtum. Diese Unterscheidung wird,
was bemerkenswerth ist, zurückgeführt auf die am Ende der
Republik beginnende Beschränkung der Competenz der italischen
Magistrate.
Nach Betrachtung von Zeit, Ort und Gestalt der Juris-
diction (§. 3) wird in §. 4 ff. übergegangen zur Lehre vom
iudicium.
An der Spitze eine Uebersicht, die interessant ist durch eine
allgemeine Skjzzirung des Verhältnisses der verschiedene« im
römischen Proceß erscheinenden Richterarten zu einander.
Was sodann die Behörden, bei denen daS iudiesndi munus
war, im Einzelnen betrifft, so schließt sich hinsichtlich der
decemviri K. der Ansicht an, wornach dieselben identisch sind

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