Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

Die wkrthschaftliche Rechtsordnung der,deutschen Dörfer. 313
Die Ausdrücke Nottland, Rüti, Rütinen, Neubruch;
Neuland, Schwand, Schwendi beziehen sich meist auf solche
ausgerodete und angeeignete Stücke des vormaligen Gemeinlands.
Es versteht sich aber, daß die Landnahme nur in so fern zu Recht
bestand, als nicht die Markgenossenschaft dieselbe, sey es überhaupt,
verbot, oder auch dem einzelnen Versuch hemmend entgegentrat.
Fremde Ansiedler konnten tchon durch den Widerspruch einzelner
Märker an der Niederlassung verhindert werden, *)
Man darf auch die Landnahme, die festes Sondergut bewirkte,
nicht verwechseln mit bloß vorübergehender Ueberlassung
abgeholzten Waldbodens an einzelne Individuen oder Familien
zum Bau — wie heute noch oft zu Kartoffelbau an arme Ge-
meindeangehörige — noch mit vorübergehender Besitznahme
durch einzelne Marker zur Anpflanzung. Denn diese Stücke fallen
nach einem oder einigen Jahren wieder mit Nothwendigkeit dem
gemeinen Gebrauche anheim, und haben nie aufgehört ein Theil
der Almende zu seyn. Das Schwyzer Landbuch S. 214 (Be-
schluß von 1339) spricht von einer derartigen Sondernutzung, nicht
von eigentlicher Landnahme: „Es soll ouch niemen das gemein-
mercki genote verschlachen, wann das offene geborten haben, da
man vß und in möge farn. Verschlüge ouch jeman die gemein-
mercki alls genote, das es nit offene Lücken hette in den Zylen,
so es menlich messen (lies: nießen) soll, der müßte es bessern: Breche
ouch jeman demselben sinen Hag, ob er nit offene Lücken funde,
der soll auch damit nicht getan Han, buchet er, das er vß vnd

hoc sciunt, quod labores de isto campo scmper tuli, nemine contra-
dicente cxartavi, mundavi, posucdi usque hodie, et pater meus reliquit
mihi in possessione sua.“ Pez thes. I. 3. p. 103: „in sylva communi,
Nordwald nuncupata, tale praedium silvaticum, quale ipse cum suis
sequacibus — circumeundo sibi in proprium captivaverat. Lacomblet
Urk, 1. 29: comprehensionem nostram in silva — quam homines tui
una nobiscum circuierunt et novis signis ob firmaverunt1 i Urk. V. 1094
im Codex Lauresh. I. 208: „Interdicimus, quod nullus hominum —
audeat in determinatione illa quicquam sibi usurpare.“ Vgl. Lan-
dau, S. 155 ff., wo noch andere Belege zu finden sind.
*) Lex Sal. tit. XLVII1. 2: Si quis admigravit et si aliquis infra .
XII menses nullus testatus fuerit ubi admigravit securus sicut alii
vicini consistat.

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