Full text: Volume (Bd. 2 (1855))

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Das absolute Recht.

gentium, das Welt-Recht. S. 107—136. Das eigentliche Privat-
recht ist in der römischen Plebs entstanden — dieser Menge Einzelner,
! politischen Verbände der Heimath herausgerissen,
j Kocf Rom versetzt, persönlich frei, aber ohne Theilnahme an den
I ^bntllchen Angelegenheiten gewesen. <So haben die Plebejer nnr
^ die Qualität als Mensch gehabt, der Begriff der Person ist somit
ein geschichtlich und zwar in Rom entstandener. Die Person ist
die Grundlage alles Rechts, eine Menge von Personen ist eine
Menge gleicher Freier. Das Recht beruht hier auf den Grund-
lagen der Gleichheit und Freiheit. Ebenso hat Rom den Begriff
der Sache, daö Nichtich entdeckt, bei der alle Unterschiede ignorirt
werden. Wir, die wir mit diesen beiden absoluten Begriffen von
Person und Sache so geläufig rechnen, wie mit unfern Zahlen,
können uns kaum eine Vorstellung davon machen, welche Energie
des Verstandes, welche Stärke des Willens dazu gehört hat, um
sie durch Abstraction zu finden. (S. 151—156.) Ein solches
Recht hat deö Gesetzes und der Juristen bedurft; das naturwüchsige
Volksrecht kennt nur Rechtskundige und Rechtsbücher. Hierin
liegt die Bedeutung der 12 Tafeln, das Recht ist geschichtlich durch
Gesetz begründet, durch Gerichtsgebrauch und Wissenschaft nur
auögebildet. S. 165. Der Höhenpunkt des römischen Rechts ist das
durch den Prätor ausgebildete Peregrinenrecht, d. h. das ju5 civile,
dem die außerwesentliche civile Schale abgestreift worden, ein
Product der Erfahrung, durch allmählige Entwickelung geschichtlich
entstanden, welches als ein Amalgam von Gesetz und Gewohnheits-
recht im römischen Sinne (vgl. S. 159 flg.) betrachtet werden
kann. S. 201, 202, 208. Dieß Peregrinenrecht hat das Civil-
tpcht von Position zu Position aus der praktischen Geltung ver-
drängt und dadurch die Macht bewiesen, aller Zeiten und aller
Orten zu herrschen, das Weltrecht zu seyn. S. 215.
In seiner Darlegung, welche sich über die Hauptpunkte der
Geschichte deö römischen Rechts bis Justinian speciell verbreitet,
Md auf den nichtrömischen Ursprung der meisten großen Juristen,
welche aus „allerlei Volk,, berufen waren, hinweist, findet der Ver-
fasser die Kritik sowohl des Naturrechts, als der historischen Schule.
Die Einseitigkeit der letzteren besteht darin, daß sie keinen Unterschied
; zwischen Recht, als einem Theil des Kreises der Sitte, und Recht,
alS der Macht deö menschlichen Willens, zu machen gewußt hat.

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