Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

Zur deutschen periodischen Criminalrechtsliteratur. 431
rechts gebe, und daß alle Arbeitslustigen aus allen deutschen Gauen
sich in diesem Weingarten zusammenfanden. Sapere aude! möchte
man hier rufen. Die Vortheile einer solchen Einigung liegen so
sehr aus siacher Hand , daß es keines Wortes darüber bedarf,
und sie wären so groß, daß die Arbeit dagegen als eine wahre
Spielerei erschiene.
Von dem übrigen Inhalte des 4. Bandes mögen hier nur
folgende Abhandlungen angeführt seyn: die trefflichen Beiträge
zur künftigen Strafproceßordnung für Preußen von Tippels-
kirch, über die Stellung des Appellationsrichters zur Thatfrage
(anonym), über die Behandlung der erschwerenden Umstände bei
der Fragestellung (.anonym), über die Gewalten des Strafproeeffes
von Dieterici, über die amentia eeeulta von Jdeler, über
die Mitwirkung des Richters bei Einleitung der Nichtigkeits-
beschwerde durch den Angeklagten, über einige Mängel der Frage-
stellungen an die Geschwornen und der Verbiete der letzteren, zum
Thatbestande der Urkundenfälschung rc.
6) Wie in Preußen, so begann auch in Bayern mit oer
Oeffnung der Gerichtssäle eine neue Epoche in der periodischen
Strafrechtsliteratur. Zunächst waren es, wie sich erwarten ließ,
die I. A Seuffert'scheu Blätter für Rechtsanwendung (zunächst
für Bayern), welche sich seit der Einführung des neuen Straf-
verfahrens sowohl dieses neuen Rechts, als auch (in noch größerem
Maße, wie vordem) des materiellen Strafrechts annahmen und
demselben ihre Pflege nach Kräften angedeihen ließen. Es finden
sich daher in dieser für das bayerische Recht überhaupt so wichti-
gen Zeitschrift seit dem Jahre 1849 sehr viele und höchst schätzens-
werthe größere und kleinere Abhandlungen über strafrechtliche und
strafproceßrechtliche Fragen, meist veranlaßt durch praktische Fälle
oder doch mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Praris;
sodann Mittheilungen aus der Praris der bayerischen Gerichte
selbst, namentlich aus der Praris des obersten Gerichtshofes,
endlich die zur Erläuterung von strafgesetzlichen Bestimmungen an
die Gerichte erlassenen Justizministerialrescripte. Als Beleg dafür,
daß von den fraglichen Leistungen der Bl. f. R. A. auch außer-
halb Bayerns Notiz genommen und deren Werth anerkannt wird,
erlaube ich mir nur beispielsweise anzuführen, daß F. O.
Schwarze in seinem trefflichen Commentar zur sächs. St P. O.

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