Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

424 ' Zur deutschen periodischen Criminalrechtsliteratur.
des Criminalrechts in den letzten 60 Jahren Das Programm,
welches die Gründer des Archivs im I. 1798 ausgestellt, ist bis
jetzt unverändert geblieben, und wurde das darin Verheißene ge-
treulich erfüllt. Dasselbe lautet, wie folgt: „1) Abhandlungen
über interessante Materien des Criminalrechts. 2) Nachrichten
von merkwürdigen Gesetzen, Verordnungen und Einrichtungen,
welche das Criminalwesen überhaupt und den Criminalproceß
insbesondere betreffen, 3) Merkwürdige Begebenheiten, welche
sich auf diese Gegenstände beziehen, wobei kurze Auszüge aus
Criminalacten und Erkenntnissen Vorkommen werden. 4) Anzeige
von merkwürdigen Schriften, welche in das Criminalrecht ein-
schlagen 5) Eine jährliche Uebersicht der Fortschritte, welche die
Criminalgesetzgebung und Criminalrechtsgelehrsamkeit gemacht hat."
Zum Schluffe wollen wir den Inhalt des Jahrganges 1856,
mit welchem nun die 3« Periode des Archivs beendigt ist, einer
kurzen Betrachtung unterwerfen. Derselbe wird mit einer sehr
interessanten Abhandlung von Herr mann „über Absicht und Vor-
satz überhaupt und über unbestimmte und indirecte Absicht insbe
sondere" eröffnet.
Die Lehre vom dolus ist in neuester Zeit wieder förmlich
in Fluß gerochen, und wenn man die dadurch veranlaßten Schrif-
ten von Berner, Köstlin, Krug, Osenbrüggen u. a. betrachtet, so
kann man der Wissenschaft zu dieser tief gehenden Bewegung nur
Glück wünschen. Herrmonn'S Abhandlung ist eine wesentliche Be-
reicherung dieser Literatur Wo solche Kräfte thätig sind, da
kann man sich der Hofflmng hingeben, daß die fragliche Funda-
mentallehre des Criminalrechts endlich einmal zu einer allgemeinen
befriedigenden Feststellung gelangen werde. Es wäre zu wünschen,
daß der hietzec gehörigen Literatur in dieser Zeitschrift bald eine
umfassende Besprechung zu Theil würde. Ein schätzenswertster
Beitrag zu dieser Literatur ist sodann die Abhandlung von Dr.
F. Zerbst in Bürgel „über den Begriff des eulposen Ver-
brechens."
Einen werthvvllen Beitrag zur Strasrechtsgeschichte und zur
Lehre vom Versuche (insbesondere vom untauglichen) liefert Ab egg
in einer Abhandlung betitelt: „Der Aberglaube und das Ver-
brechen." Es wäre zu wünschen, daß im Archiv solche historisch-
dogmatische Arbeiten häufiger würden. Eine Zierde des in Rede

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