Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

Zur Theorie der Obligationen auf den Inhaber. 415
Inhaber einer Lebensversicherungspolice die Einrede entgegenwirken
läßt, daß die Gesundheitszustände des Versicherten nicht gehörig
angegeben worden; und nie, wie Unger (S. 129 not. 4) von
seinem Standpunkte aus consequent verlangt, vom Aussteller des
Papiers, damit er dem klagenden Inhaber Einreden aus dem der
Ausstellung unterliegenden Verhältnisse entgegensetzen könne, den
Beweis fordert, daß der Kläger der erste Nehmer sey *).

§. 3.
Die Singular- Succession.
Die Cardinalfrage in der Lehre von den Obligationen auf
den Inhaber ist diejenige nach dem civilistischen Principe für deren
Uebertragung. Als solches denkbar und auch vertheidigt sind die
Cessioni, die Delegation und die Singular-Succes--
sion^).
Das natürlichste Bedenken gegen diese letztere, das einzige
welches auch gegen dieselbe geltend gemacht worden^), ist, daß
eine Singular-Succession dem Wesen der Obligation widerspreche,
indem, wenn diese einmal zwischen individuell bestimmten Sub-
jekten geknüpft sey, sie, ohne zerstört zu werden, von denselben
nicht wieder getrennt werden könne.

1) Ungegründet ist es dagegen, wenn Sachße in der Zeitschr. für
deutsches Recht Bd. XVU. S. 52 gegen die Annahme einer Nova-
tion geltend macht, daß durch eine solche die bereits fälligen, aber noch
nicht eincassirten Zinscoupons von der aufgehobenen Obligation ihre
Gültigkeit verlieren würden, — da der Anspruch auf fällige Conven-
tionalzinsen mit Aufhebung der Hauptobligation nicht erlischt. —
2) In neuester Zeit hat wieder Sachße in der Zeitschr. für
deutsches Recht Bd. XVII. S. 53 flg. eine Session besonderer
Natur angenommen.
2) Eine solche nimmt auch Bluntschli deutsch. Privatr. §. 111.
2 an.
Jolly im Archiv für deutsches Wechselrecht, Bd. IV.
S. 384; Sachße in der Zeitschr. f. deutsches Recht, Bd. XVU.
S. 39. — Was Unger a. a. O. S. 36 flg. gegen den Verfasser aus-
führt, beruht auf Mißverständnissen, wie aus der folgenden Darstel-
lung sich ergeben wird.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer