Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

Jur Theorie -er Obligationen auf -en Inhaber.

Wie bei so manchen andern Instituten des deutschen Rechts,
so hat in der Theorie der Obligationen auf den Inhaber bis jetzt
nicht allein eine Übereinstimmung sich noch nicht gebildet, sondern
auch keine Auffassung eine allgemeinere Anerkennung erlangt.
Dieß gilt insbesondere von der Frage nach der juristischen Natur
dieser Obligationen, so wie nach dem Principe, auf welchem der
Verkehr mit Jnhaberpapieren beruht. Der Verfasser, dem nach
genauer Prüfung keine der bisher aufgestellten Ansichten als haltbar
oder ausreichend erschien, versuchte nach einer kurzen Zusammen-
stellung und Würdigung derselben eine neue Begründung des wich-
tigen Instituts, welche dahin gieng, daß die Obligationen auf
den Inhaber ihrem Wesen nach nichts Eigenthümliches darböten,
indem sie vielmehr Obligationen zwischen zwei bestimmten Per-
sonen seyen, daß aber durch die Stellung der Schuldverschreibung
an den Inhaber eine Singular-Succession Ln das Forderungs-
recht, und zwar mittelst Succession in das Eigenthum am Pa-
piere, ermöglicht sey.
Seit dem Erscheinen des betreffenden Aufsatzes (Zeitschrift
für deutsches Recht, Bd. XIV. 1853. S. 315 ff.) veröffent-
lichte Untersuchungen haben aber nicht allein Bedenken gegen die
daselbst entwickelte Ansicht geäußert, sondern auch zwei neue Ver-
suche einer civilistischen Construction des Wesens der Inhaber-
Papiere gebracht, wir meinen diejenigen Jhering's und Un-
g er's. Diese Versuche darzulegen und zu prüfen, so wie auch

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