Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

14.4. Dr. Gust. Fischer, Prof. in Jena. Ueber die Errichtung staatswissenschaftlicher Seminarien auf den deutschen Universitäten, nebst einem Bericht über das staatswissenschaftliche Seminar zu Jena. Jena. 1857

Kurze Anzeigen.

313

der anderen Ln leidenschaftlicher Erregung und ohne alle Berech-
nung mit Grausamkeit und Härte geführt, endete mit einer völli-
gen Niederlage des Königs: er erklärte sich dem Urtheile der
Kirche in allen Stücken unterwerfen zu wollen, übergibt feine
Krone dem Papste, um sie als Lehen von ihm wieder zu em-
pfangen (1213) '). Die weitereren Ereignisse und Wirren bis
zur Unterzeichnung der Magna Charta (15. Jun. 1215) werden
nur sehr kurz aufgezählt. Weder von der Form, noch von dem
Inhalte der Urkunde erfahren wir etwas näheres; kaum daß an-
gedeutet wird, daß dieselbe mit älteren Acten von ähnlicher
Bedeutung im innigsten Zusammenhänge stehe. Unserem Auctor
ist der schmähliche Act der Selbsterniedrigung wie er in der Ob-
lation seiner Krone liegt, „die nothwendige Veranlassung für den
König, seinen Baronen den Schwur auf die Magna Charta zu
leisten" (S. 52).
Diese Auffassung der Entstehungsursache der Charte ist eben
doch eine einseitige; so wichtig und einflußreich auch das Unter-
liegen des Königs in seinem Kampfe mit Rom für die innere
Entwicklung Englands ist, so ist es doch nicht die einzige Ursache,
die solche Wirkungen erzeugte.

4) vr. Gust. Fischer, Professor der Staatswissenschaften in Zena.
Ueber die Errichtung ftaatswissenschaftlicher Seminarien auf den
deutschen Universitäten nebst einem Bericht über das staatswissen-
schaftliche Seminar zu Zena. Zena, 1857. 8. (bei Friedr. Mauke).
123 S.
Die Universität muß, wenn sie ihrer Bestimmung entsprechen
will, in einer doppelten Weise auf die Studierenden zu wirken
suchen, einmal durch die Vorträge, die sich in der Regel über
eine ganze Disciplin verbreiten und die eben darum nur die

*) Wie der König dazu kam, diesen Schritt zu thun, d. i. auf
seine Krone zu Gunsten der Kirche zu verzichten, darüber finden wir
auch in unserer Abhandlung keine Erklärung. — Der zwischen dem
König und dem Oberhaupte der Kirche geführte Streit bietet in seinen
einzelnen Stadien so manche Momente, welche man in unseren Tagen
ins Gedächtmß zu rufen wohl für zweckmäßig halten mag.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer