Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

14.3. Dr. Thadd. Lau, die Entstehungsgeschichte der Magna Charta. Hamburg. 1857

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Kurze Anzeigen.

aber die ganze Zeit von Advent bis nach Weihnachten und vom
Beginn der Fasten bis acht Tage nach Pfingsten hinzukommt.
Die Friedensbrecher werden auch hier zunächst mit Kirchenstrafen
bedroht, aber doch zugleich auf die Verfolgung und Bestrafung
durch die weltliche Rechtspflege hingewiesen. Immerhin blieb die
Institution eine vorzugsweise kirchliche. Auch die Päpste fingen
an sich derselben anzunehmen. Auf der berühmten Versammlung
zu Clermont, welche zu dem Kreuzzug nach Jerusalem den Im-
puls gab, verkündete der Papst Urban II. den Gottesfrieden,
und das allgemeine Lateranenstsche Concil von 1121, sowie das
Concil zu Rheims von 1131 erließ zu Gunsten der treuga Dei
kanonische Ordnungen. B.

3) vr. Thaddäus Lau, die Entstehungsgeschichte der Magna Charta.
Hamburg, 1857. (Hoffmann und Campe.) kl. 8. 112 S.
Dieß Schriftchen, das wir dem Leser hiemit anzeigen, ist
dem König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen gewidmet. Es
behandelt eines der interessantesten und einflußreichsten Ereignisse,
welche die Geschichte des Staatsrechts kennt. Die vulgäre An-
sicht, nach welcher die Magna Charta das Palladium und der
Grundstein für Englands Größe und Wohlfahrt sey, will der
Verfasser keiner principiellen Erörterung unterziehen; er beschränkt
sich „auf die thatsächliche Darstellung des genetischen Entwicklungs-
processes der Magna Charta (S. 4)." Nachdem dann in einer
verhältnißmäßig sehr langen Einleitung (S. 1—22) die bei der
Arbeit benutzten Quellen aufgezählt und charakterisirt sind, folgt
eine einfache Erzählung der wichtigeren Vorgänge, welche in die
Regierungszeit des Königs Johann (gewöhnlich Johann ohne Land
genannt) fallen, namentlich derjenigen, welche sich auf den Kampf
zwischen Jnnocenz III. und dem König beziehen. Veranlaßt war
der Streit bekanntlich durch eine angefochtene Wahl zu der Würde
eines Erzbischofs von Eanterbury (1205). Jnnocenz nahm das
Recht in Anspruch den Streit zu schlichten. Seine Entscheidung,
ein Machtspruch, der sich über alle formellen und materiellen
Rechtsnormen hinwegsetzte, kein richterliches Urtheil, ward vom
König nicht anerkannt. Der darüber entbrennende Kampf, von
der einen Seite mit vollster Ruhe und klarer Eonsequenz, von

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