Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

Kurze Anzeigen.

309

setzung dieser Jnscription nach den bedeutenderen Gesetzgebungen
zu untersuchen. Im §. 28 werden auch dieselben nach dem eode
civile, dem bayer. Hypothekengesetz von 1822, dem preuß. Land-
recht und dem österreichischen Gesetzbuch von 1811 einer genaueren
Darlegung unterstellt, aus welcher wir entnehmen, daß das.wster-
reichische Gesetzbuch (und der sächsische Entwurf) den deutschrecht-
lichen Marimen der Uebereignung mittelst Jntabulirung am nächsten
steht, da derselbe zwischen bücherlichem und Naturalbesitz unter-
scheidet, welch letzterer jedoch nach der herrschendem Ansicht nicht
im rechtlichen Sinne als Besitz angesehen werden darf.
Bei Immobilien und den diesen gleichgearteten Rechten ist
für den Verkehr wie für einen wirksamen Rechtsschutz geboten,
daß die verschiedenen Interessenten, das Gericht und bisweilen der
Staat selbst in jedem Moment sichere Kenntniß darüber erlangen
können, wer Eigenthümer sey und welche Eigenthumsverhältnisse
(im weitern Sinne) eristiren; dieß kann aber begreiflich durch
bloße Protocollirung nicht erzielt werden, es bedarf hiezu der Ein-
tragung in unter öffentlicher Autorität stehende Bücher über
Grund und Boden, deren Einführung jeder Jurist, ja selbst der
Laie mit dem Autor (der etwas per sultuin zu den Grundbüchern
kömmt) als höchst wünschenswerth für jede legislative Reform be-
grüßen wird. Gestützt auf das absolute Eigenthumsrecht und die
Publicität, will vr. v. V. das dingliche Recht nur durch den
Bucheintrag entstehen lassen, mit andern Worten nur der Jntabu-
lirte ist rechtlich Besitzer (unabbrüchig der auch ohne Einschreibung
bestehenden Haftung des Veräußernden gegenüber dem Erwerber
aus dem persönlichen Rechtsverhältnisse), und alle Erwerbsarten
an die bücherliche Uebereignung knüpfen, — eine Ansicht, welcher
wir hinsichtlich der originären Eigenthumserwerbarten nach dem
römischen und den demselben nachgebildeten Rechten nicht bei-
pflichten zu können glauben. In richtiger Folgerung seines Sy-
stems muß der Verfasser die Ersitzung gegen den Buchsinhalt aus-
schließen, was S. 100 auch kurz erörtert wird. Zum Schluffe
berührt das Werkchen die praktische Ausführbarkeit des Grund-
buchinstitutes, uwd schlägt die Verschmelzung des Grundbuches
mit den bestehenden Hypothekbüchern, so wie eine Verbindung des-
selben mit den Flurbüchern oder Steuerkatastern vor, was natür-
lich nur aus legislativem Wege bewerkstelligt werden könnte.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer