Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

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Zur neuesten civilistischen Literatur.

vom Rechte befähigt sie hiezu. Wird nun zugleich dem Berech-
tigten (der nur für das Recht berechtiget ist) die actio verwei-
gert, so ist, von Seite des Gerichts aufgefaßt, eine Singular-
Succession in die Obligation vorhanden. Auf diese Weise dedu-
cirt W. die S.-S. in Obligationen nach der activen Seite hin
(S. 119 ff.). Die Darstellung der Geschichte des Institutes der
Cession, welche W. auf diese Firirung des Ausgangspunktes seiner
ganzen Lehre folgen läßt, beginnt, wie es in der Natur der
Sache liegt, mit dem mandatum in rem susm, und geht von
da zu der Einführung der utilis actio für den Cessionar über.
W. legt dabei vorzüglich auf solche Stellen Gewicht, welche, wie
L. 55 Dig. de procur. (III. 3), c. ult. C. quando fise (IV.
15). c. 18. C. de leg. (VI. 37) sagen, daß diese utilis actio
dem Cessionar suo nomine zustehe, und folgert daraus, daß sie
nicht auf der Fiction eines Mandates beruhend gedacht werden
könne, sondern eine eigene actio des Cessionars sey. Der In-
haber der utilis s., fährt W. fort, ist, sobald der Uebertragüngs-
Act rücksichtlich der Forderung durch die Besitzergreifung, Denun-
ciation an den Schuldner perfect geworden ist, der vom Ge-
richte anerkannte Gläubiger; der Cedent mag das Recht haben,
allein er hat den gerichtlich verfolgbaren Ausspruch nicht mehr,
diesen hat, wie gesagt, der Cessionar. Vor der denuneistio hat
der Cessionar zwar die actio, aber noch nicht unwiderruflich. Für
uns besieht der Gegensatz zwischen Recht und actio nicht mehr,
wir müssen daher ohne Umschweif sagen: die Obligation geht durch
die Uebertragung auf den Cessionar über.
Der Unterschied nun, welchen W. zwischen „Gläubiger für
das Recht", und „Gläubiger für das Gericht" macht, ist ebenso-
wenig statthaft als seine Theorie von der Selbständigkeit der actio,
welcher jene Unterscheidung lediglich ihren Ursprung verdankt. Das
mandatum in rem suam schließt übrigens diesen Dualismus der
Gläubigerschaft, selbst wenn man W.s Actionenbegriff annimmt,
von vornherein aus. Ein solches m. in rem. s. war auch nach
neuestem römischen Recht möglich, und ist gewiß nach heutigem
Rechte nicht minder zulässig. Die utilis actio, die dem Cessionar
suo nomine zusteht, ist eine Erscheinung, welche beweist daß
im späteren röm. R. der Cessionar wirklich als der eigentlich Be-
rechtigte, nicht bloß alS der für das Gericht Berechtigte angesehen

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