Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

8.4. Dr. H. Th. Schletter. Die Constitutionen Kurfürst Augusts von Sachsen vom Jahre 1572. Mit einem Nachtrage von Dr. F. A. Biener. Leipzig. 1857

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Kurze Anzeigen.

Einheit erreichen. Dieses soll erst — wenigstens in der Gesetzge-
bung — stumm gemacht und gebunden werden. Die ganze
deutsche Geschichte lehrt, daß die Einheit des deutschen König-
thums durch die Aristokratie der Fürsten gebrochen wurde. Und
er erwartet daß die Fürsten, wenn sie erst der Kammern los seyn
werden, gerne wieder die deutsche Monarchie aufrichten und sich
freiwillig dem neuen Könige unterordnen werden (S. 43 u. s. f.).
— Er erwartet das, und erklärt zugleich Oesterreich für unfähig
diese Einheit zu bringen, weil es dem kirchlich-hierarchischen
Einfluß durch das Concordat sich hingegeben habe, das Deutsch-
land nicht ertrage, und Preußen für unfähig, weil es selbst das
Repräsentativsystem angenommen habe, und die deutschen
Mittelmächte für unfähig, weil sie theils zu schwach theils con-
stitutionell seyen (S. 135).
Das „monarchische Princip" allein soll helfen, das monarchische
Princip ohne Monarchen.
Wir haben dieses Buch einer einläßlichen Kritik unterworfen,
nicht weil wir glauben, daß es eine große Bedeutung habe weder
für die Wissenschaft noch für die Politik, sondern weil wir an
diesem einen Beispiel, das für viele gilt, anschaulich machen
wollten, wie wenig heutigen Tages Deutschland mit solchem - wir
wissen nicht, sollen wir sagen Reform- — oder Reactionögerede
gedient sey. B.

L) vr. H. Th.Schletter. Die Constitutionen Kurfürst Augusts
von Sachsen vom Jahre 1572. Mit einem Nachtrage von vr.
F. A. Biener. Leipzig F. A. Brockhaus. 1857.
Diese auf gründlichen Untersuchungen ruhende Schrift eröffnet
uns interessante Blicke in die Geschichte des innern Kampfes zwischen
römischem und deutschem Recht während des XVI. Jahrhunderts,
und hat daher nicht bloß für das sächsische Particularrecht eine
Bedeutung. In dem ersten Theile derselben wird die Geschichte
der Constitutionen gesetzgebung aus den Quellen, zu gutem
Theil aus handschriftlichen Quellen dargelegt. Die Absicht war
nicht ein systematisches Gesetzeswerk herzustellen, sondern eine An-
zahl von Controverse» zu entscheiden, und dadurch für gleichmäßige

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