Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

84 Dle neuere kirchenrechtliche Literatur.
übergeftellt hat. Er handelt nämlich im ersten von der Erwer-
bung des Rechtes selbst, im Gegensätze der Ausübung, im zweiten
dagegen von dem Erwerbe der Ausübung im Gegensätze des
Rechtes.
Das erste Capitel beginnt er mit der Fähigkeit zur Erwerbung
des Patronates, von welcher er zu den ursprünglichen und ablei-
tenden Erwerbsarten übergeht. Im zweiten Capitel dagegen will
er die Frage beantworten, inwiefern der Patron, ohne sich seines
Rechtes zu begeben, die Ausübung desselben auf eine andere
Person übertragen könne, und handelt deßhalb von der Lehens-
reichung und dem Austhun des Patronates in Erbzins, von der
Verpfändung, dem Nießbrauch, der Verpachtung u. s. w.
Referent will wohl zugeben, daß man die Lehre von der Be-
fähigung zum Patronatrechte von der Lehre über die Ausübung
und die Bedingungen derselben trennen könne, aber er muß ent-
schieden verneinen, daß die dabei gebrauchten Ausdrücke im Gegen-
sätze der Ausübung oder im Gegensätze des Rechtes die
richtigen seyen.
Die Erwerbung kann nicht im Gegensätze zur Ausübung
betrachtet werden, weil Befähigung und Gebrauch sich gegenseitig
nicht auöschließen, sondern im Gegentheile letzterer mit ersterer in
der Regel verbunden ist. Ebensowenig kann aber die Ausübung
der Erwerbung gegensätzlich gegenübergestellt werden, denn sie ist
immer durch erstere bedingt. Ueberläßt daher auch der Patron
die Ausübung seines Rechtes, ohne sich desselben zu begeben,
einer andern Person, so bleibt doch nichtsdestoweniger der Rechts-
titel für die Ausübung immer noch derselbe, der er zu jener Zeit
war, in welcher der Patron selbst das Recht ausübte.
Hr. Schilling würde daher besser gethan haben, wenn er die
durch Lehensreichung, Verpfändung u. s. w. veranlaßte Ausübung
des Patronatrechtes in ununterbrochenem Zusammenhänge mit den
ableitenden Erwerbungsarten behandelt hätte.
Der zweite Abschnitt von den Bestandtheilen des Patronates
zerfällt in eine dreifache Unterabtheilung, nämlich in Titel, Capitel
und Abtheilungen.
Der erste Titel handelt von den Rechten, der zweite von den
Pflichten des Patrons. Letzterer besteht ohne weitere Unterabthei-
lung nur aus drei Paragraphen, ersterer dagegen umfaßt in vier

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