Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Revue distor, de Droit francais et etranger.

469

verfassen ließ, um seinem Stammesvolk und den Provinzialen
gerecht zu werden und den Frieden der Rassen zu befestigen, so
schlug der König Alarich denselben Weg ein, im Verhältniß der
Westgothen und der Romanen.
Die zweite Reeensivn der lex antiqua verlegt der Verfasser
in die Jahre 629 — 642, und näher ins Jahr 633, unter König
Sisenand, der spanischen Ueberlieferung gemäß. Die syste-
matisch ausgeführte Gesetzgebung, die wir noch besitzen, und die
als fuero juzgo, das einzige alt-germanische Volksrecht, noch eine
practische Bedeutung hat, wird zunächst als ein Werk des berühmten
Bischofs Isidor von Sevilla (605 — 635) erklärt, welcher auf den
allgemeinen Versammlungen der Bischöfe und der weltlichen Großen
zu Toledo den bedeutendsten Einfluß übte, und in deffen ganzer
Richtung es lag, die katholischen Siege über den früher» Arianis-
mus der Könige auch in der Gesetzgebung und in der neuen
Ordnung der Dinge zu befestigen. Unter Chindaswind und
seinem Sohne ReceSwind (662 — 672) kamen denn eine be-
deutende Zahl von Zusätzen hinzu. — Die ganze Abhandlung ist
auch in formeller Hinsicht ein Muster solcher Arbeiten.
9. Paul Laboulaye (Sohn des Akademikers), Studie
über das litterarische Eigenthum in Deutschland.
S. 272 ff.
Die erste Abtheilung dieser Studie ist einer Geschichte
des Schrifteigenthums (Autorrechts) in Deutschland
gewidmet. Es werden drei Perioden unterschieden: In der ersten
nach der Erfindung der Buchdruckerei sind es vorzüglich die Kaiser,
an welche sich die Verleger wendm und von denen sie in Form
von Verlagsprivilegien Schutz erlangen, aber auch die Landesherren
und die Reichsstädte, die für ihre Bürger sorgen. Als ältestes
Beispiel für Deutschland wird ein Privilegium des Bischofs von
Bamberg genannt vom Jahre 1490, für einen Uber missalis. Der
Kaiser Maximilian ernannte einen Superintendenten der Buch-
druckerei, und gab ihm das Recht der Censur, der Ertheilung
von Verlagsprivilegien und der Bestrafung ihrer Verletzung. Diese
Befugnisse wurden zuerst an den Doctor Jakob Oesler von Straß-
burg übertragen, und von demselben in den Jahren 1496 dis 1517
geübt. Er nennt sich: per imperium romanum arlis impres-
soriae eensvr et superintendens generalis. Die Stadt Frankfurt

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer