Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Der Diebstahl nach dem deutschen Rechte vor der Karolina. 367
Sache gekauft zu haben behauptete. Hier vermochte er entweder einen
Geweren von vornherein zu nennen oder nicht. Im ersten Fall
konnte er stch auf den Kläger selbst *) oder auf einen Dritten
berufen. Fiel er mit der Berufung auf den Kläger selbst durch,
so mußte er in die Strafe der Unterschlagung verfallen, weil feine
Behauptung, die Sache gekauft zu haben, nur eine dolose Mafkirung
des dieblichen Behaltens einer geliehenen, versetzten, deponirten rc.
Sache war 2). Fiel er dagegen mit der Berufung auf einen
Dritten als Geweren durch, so stimmten wiederum die mittel-
alterlichen Rechtsquellen nicht, wie Cropp annimmt, überein.
Mehrere derselben lassen allerdings auch jetzt noch den Beklagten
zum Reinigungseide zu. Cropp selbst meint, daß hier der Eid
in erschwerter Form, namentlich mit Eideshelfern habe geleistet
werden müssen, was doch nach dem Sachs. Sp. zweifelhaft ist * 2 3).
Konnte er den Eid schwören, so brauchte er bloß Buße und Wette
zu bezahlen 4) (selbstverständlich neben Herausgabe der Sache) 5).
Indessen ist dabei die doppelte Modification zu beachten: daß einmal
nach vielen Rechten der Kläger dem aus einen Geweren ziehenden

habe. Ferner durch den Nachweis, daß man die Sache selbst verfertigt,
aufgezogen, daß man sie von einem Dritten geliehen oder deponirt
erhalten habe rc. Cropp S. 396 f. Göschen Gosl. Stat. S.498 f.
(nicht ganz klar).
‘) s. z. B. Gosl. Rechtserk. b. Bruns Beitr. S. 228. nr. 5.
2) Dieser Fall pflegt nicht erörtert oder, wenn berührt, nicht
zutreffend aufgefaßt zu werden; s. z B. Göschen S 500. 501. Der
Grund liegt in der unrichtigen Ansicht über die Unmöglichkeit einer
Unterschlagung an einer geliehenen Sache, s. jedoch die treffenden pro-
ceffualischen Bemerkungen von Planck Jeitschr. f. DR. X. 248—251.
256 — 258.
3) Cropp S. 393. vgl. dag. Planck a. a. O. S 256 v. 117.
Hlothar u Eadrio Ges c. 7. 16. Sachs. LR ll. 36, 5. j. I. !5, 1.
Schwab. LR. c. 317. RV. n. Dist. IV. 9, 4. Sachj. Weichb.
(v. Daniels) 102, I. Gosl. Stat. S 80, 28 — 30. Stadtr. v. Ofen.
Art 340.
*) „Büßen nach Gnaden" sagen die Augsb. Stat. 1276. S. 60.
61. Nach Ruprecht 11. 37. muß der Besitzer allerdings selbstebent
schwören, und auch dann steht es an den Bürgern, ob sie Vas Gericht
von ihm nehmen wollen (?).
3) Sonderbare Behauptungen s. bei Jöpfl Bamb. R. S. 204 u.§.
S. 207 n. 19. s. aber Dens. RG. (2. Ausg.) II. 2. §. 110. n. ll (?).
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