Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Die Gegenwart» Ankunft der Theorie desgem.d. bürgerl. Proceffes. 325
der besonderen und näheren Besprechung der im Eingang genann-
ten drei Werke über.
Alle drei begrüßen wir als tüchtige und nach dem dermaligen
Stand der Bearbeitung der Theorie des gemeinen deutschen bür-
gerlichen Proeesses ausgezeichnete Werke. Tiefe der Auffassung,
Gründlichkeit der Forschung, Klarheit der Darstellung ist ein Ge-
meingut derselben, und doch sind sie im Einzelnen wieder in hohem
Grade verschieden.
Wetzell, dessen System bis jetzt (November 1855) nur die
Einleitung und das erste Buch „von den Parteien und den Partei-
handlungen" umfaßt, hat sich als Aufgabe gestellt (S. VIII)
„Correctheit und Vollständigkeit in den Qnellenbelegen, sicherere
Begründung der Praxis, Reichthum im Detail, Einfachheit und
natürliche Gliederung in der systematischen Anordnung."
Daß die Quellenbelege, insbesondere jene aus dem kanonischen
Rechte, in einer bis jetzt nicht vorhanden gewesenen Vollständigkeit
angegeben sind, zeigt ein Blick in das Werk, und da die Praxis,
als die Anwendung des Rechts auf die wirklichen Verhältnisse des
Lebens, neben der Erfassung dieser ihre hauptsächliche Begründung
in den Quellen zu suchen hat, so kommt eine Vollständigkeit in
der Darstellung der Qtlellen immer auch der Praris und ihrer
sichereren Begründung zu gut, zumal wenn dabei eine so genaue
Bezugnahme auf das vermittelnde Element der älteren Juristen
wie bei Wetzell sich findet. In dieser Richtung vermissen wir
nur eine sorgfältigere Beachtung der neueren Praris, durch
welche sodann auch dem Werke der mit angestrebte Reichthum im
Detail in höherem Grade zu Theil geworden wäre, als dieses
gegenwärtig der Fall ist.
Die Einleitung stellt die Aufgabe der Theorie des Civil-
processes und zwar als die Lehre von der gerichtlichen Gel-
tendmachung verletzter Privatrechte fest.
Dabei wird S. 2. Note 5 bemerkt, daß die Bestimmung der
Grenze zwischen Justiz- und Verwaltungssachen um deßwillen
nicht in den Civilproceß gehöre, weil die Frage, unter welchen
Voraussetzungen aus der Verletzung eines Privatrechts der
Anspruch auf dessen Wiederherstellung entspringe, vom Civil-
recht beantwortet werde. Allein das Civilrecht beantwortet diese
Frage nur von seinem Standpunkt aus, ohne auf die bestehenden

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