Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Die Gegenwart«. Zukunft der Theorie des gem. d bürgerl. Processes. 321
nen, auf welchem der Fortschritt für die Zukunft anzubah-
nen ist.
Hier erscheint als das Wichtigste das Wiedergewinnen
eines gemeinsamen Elementes für die theoretische Entwicklung
des Processes. Ein solches ist nun indem, was man materiell
l e s Proceßrecht nennen könnte, gegeben; dahin gehört die Theorie
von Klagen und Einreden, vom Beweis im allgemeinen und von
den einzelnen Beweismitteln, von den Wirkungen der r«8 judi-
cata u. s. w.
Hierüber verbreiten sich die Quellen des gemeinen Proceffes
ausführlicher, hier tritt eine wahre rechtliche Theorie ein, und da
ist ein systematischer Zusammenhang der Grundsätze ebenso unent-
behrlich und ebenso möglich wie im Privatrecht.
Ganz anders verhält es sich mit der bloßen Form des Ver-
fahrens; diese beruht mehr auf verständigem Ermessen und prak-
tischem Tact des Richters, und hier hat die Specialität des Par-
ticularismus ihre eigentliche Berechtigung. Aus diesen Unterschied
haben bereits Bethmann-Hollweg und Rudorfs in ihren
vortrefflichen Grundrissen zu Vorlesungen über den gemeinen Civil-
proceß, von welchen bald neue Ausgaben zu erhalten wir sehn-
lichft wünschen, ersterer S.XXVill ss., letzterer S. VIl. aufmerksam
gemacht.
Es gilt also vor allem einer neuen, das ganze materielle
Proceßrecht umfassenden Bearbeitung des alten ^U8 actionum. wo-
für in den Werken von Keller, von S a v i g n y, von P l a rz.ck,
Buchka u. a. so ausgezeichnet vorgearbeitet worden ist. Da-
neben würden für das eigentliche Verfahren ein Buch der „Rich-
ter" *) und ein anderes „der Anwalt" hergehen, welche, wenn das
erste eine systematische und begriffsmäßige Darstellung zu geben
hat, die einfachste und geschickteste Behandlungsart — die eigent-
liche Technik zu entwickeln sich die Aufgabe setzen Mußten. Auf
diese Weise würde zugleich die von uns mehrfach hervorgehobene

i) Wir benützen diese Gelegenheit, den von uns hochverehrten He ff«
ter an sein Versprechen, „seinem System des Civilproeeßrechtes eine
Theorie der gerichtlichen Entscheidungskunst als Endpunkt seiner proceß-
rechtlichen Studien undPraris Nachfolgen zu lassen z« erinnern.

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