Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

218 Der Diebstahl nach dem deutschen Rechte vor der Karolina.
Folge der Klage gegen den Empfänger auseinanderzusetzen'), son-
dern nur darauf, die Klage gegen den dritten Erwerber dem
Commodanten rc. abzusprechen 2). Mit dem fraglichen Argumente
Cropps würde man übrigens auch beweisen können, daß Unter-
schlagung gefundenen, Dieben abgejagten Guts rc. nach den G o s l.
Stat. oder dem vermehrten Sachs.-Sp. kein Delikt sey,
weil an den betr. Stellen hievon auch nicht ausdrücklich die
Rede ist.
Das drüte Argument beruht darauf, daß der Leiher die
Sache vom dritten Besitzer nicht vindiciren könne. Bringe man
dieß mit dem Satze in Verbindung, daß nur gestohlenes oder
geraubtes Gut vindicirbar sey, so folge, daß geliehenes Gut auch
durch Unterschlagung und Weiterveräußerung nicht die Qualität
einer res furtiva annehme, mithin auch das Delict der Unter-
schlagung überhaupt daran nicht begangen werden könne.
Man kann nun beide Prämissen zugeben, obwohl sie in der
angegebenen Weise zu eng und daher unrichtig ausgedrückt sind.
Aber unter allen Umständen ist der daraus gezogene Schluß gänz-
lich falsch. Denn die Begriffe: Vindicirbarkeit der Sache seitens
des Eigenthümers und: Eigenschaft der Sache als ros furtiva decken
sich keineswegs. Es ist an andrer Stelle zu zeigen, daß der,

') Bekanntlich behauptet Eichhorn D. Priv.-R. §. 171. not. f.
sogar geradezu, die Forderung gegen den Empfänger in II. 60 sey als
die Klage auf Buße und Wette zu nehmen. Andre läugnen dieß,
weil sie Forderung und Anfang sich technisch a^s actio in pers. und
actio in rem entgegensetzen (z. B. Budde p. 46, G aupp S- 119. 120,
s. aber A lbrecht selbst (S. 87 n. 183. 184 !). Allein dieser Grund
ist jedenfalls ganz irrthümlicb, da die behauptete technische Bedeutung
von Forderung und Anfang ganz qnellenwidrig ist. Planck S 246 n. 94.
Gerber D. Priv.-R. §, 102. n. 1. vgl. Crvpp S. 283 f. Philipps
D. Pr. R l. 414 f. Am wenigsten beweist, wie Gaupp meint, RB.
n. Di st. IV. 42, 5 gegen E i & h o r n; denn, zusammen ge ha fm mit
IV. 42, 14 und Gosl. Stat. S. 82, 13 — 15. S. 93, 36 - 38, ist
jene Stelle offenbar corrumpirt, indem sie den Anfang gegenüber dem
Empfänger ausschließr, wahrend alle andern Stellen (s. selbst Göschen
S. 340 ob.) ihn nur gegenüber dem dritten Erwerber ausschließen.
2) S. Cropp selbst S. 298. Al brecht S. 87. n. 184 (vgl.
jedoch Plan ck S 265. n. 143).
3) Gosl. Stat. S. 105, 39 bis 106, 6. RB. n. Dist. IV. 9, 5.

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