Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

16 Die neueste Darstellung des Strafrechts.
Willen lag, und daß sie eben darum ihre wahre Bedeutung nur
durch ihre Zurückbeziehung auf den letzteren erhält," — wonach
also der Versuch den Gegensatz zu der culpa bildet, wobei gerade
umgekehrt das Thatmoment über das Willensmoment übergreift,
mithin ein culposer Versuch ebensowenig möglich ist, als der Ver-
such eines culposen Verbrechens (8. 82). In 8. 83 werden die
beiden Gründe betrachtet, welche die Vollendung der Handlung zu
hindern vermögen.
In §8. 84 und 85 werden der Anfangspunkt und der End-
punkt des strafbaren Versuchs mit alle dem, was dazu gehört, er-
örtert, und in 8. 86 der Versuch als ein geringerer Schuldgrad,
als das vollendete Verbrechen aus der Natur der Sache und nach
positivem deutschen Rechte aufgezeigt. §8. 87 und 88 beschäfti-
gen sich mit dem vollendeten Verbrechen und der Concurrenz eines
versuchten mit einem vollendeten Verbrechen.
Die dritte Abtheilung (III. „das handelnde Subject"
8.89—110) zerfällt in die drei Stücke: A. Urheberschaft und Be-
günstigung ; 8. Beihülfe und intellektuelle Urheberschaft; 6. Mit-
urheberschaft. Diese Anordnung beruht darauf, daß erstens die
Begünstigung keine Theilnahme ist, weil hiezu die Beförderung
und Mithervorbringung der Handlung gehört, die Begünstigung
aber die erst nach vollendetem und in seinem Erfolg entwickeltem
Verbrechen eintretende, nicht zuvor versprochene Beistandleistung
ist, — und daß zweitens sowohl bei der Beihülfe als auch
bei der intellectuellen Urheberschaft die Selbstbestimmung
insoferne relativ gebrochen ist, als je das active und das passive
Moment deö Willens an die zusammenhandelnden Subjecte un-
gleich vertheilt sind (K. 91 und 89). In §. 92 wird insbeson-
dere auch gezeigt, daß Theilnahme nur durch 6olu8, nicht durch
culpa entstehen kann, weil Theilnahme stets eine auf die Einheit
einer Thal bezogene Gemeinschaft verschiedener Willen involvirt,
die culpa dagegen die directe Richtung des Willens auf die That
und eben damit den möglichen Gegenstand der Theilnahme auS-
schließt. Die Elemente der Theilnahme sind „Beihülfe und intel-
lektuelle Urheberschaft." In der Lehre von der Beihülfe (8. 93
— 95) wird genau unterschieden zwischen dem angestifteten Ge-
hulfen, dem selbständig hknzutretenden Gehülfen und der den
Uebergang zur Anstiftung bildenden intellektuellen Beihülfe; es

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