Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

Der Diebstahl nach dem deutschen Rechte vor der Karolina. 197
dings nicht als allgemein nachzuweisen ist *). Daß sie namentlich
in Flandern noch im 16. Jh. als altes Gewohnheitsrecht galt
(in der Weise übrigens, daß beim ersten Rückfälle Abschneidung
des Ohrs, Abhauung der Hand oder eine andere verstümmelnde
Strafe, und erst beim zweiten Rückfalle die des Galgens eintrat),
ergibt sich aus dem Zeugnisse von Damhouder^), der sich
eben auf solches altes Gewohnheitsrecht „sogar gegen das römische
Recht" beruft, freilich nicht ohne das einheimische Recht hiebei
gegenüber dem römischen nach Möglichkeit schwarz zu malen (bezeich-
nend ist auch, daß er, anstatt über das ältere einheimische Gewohn-
heitsrecht Nachweisungen zu geben, die sehr dankenswerth gewesen
wären, aus dem germanischen Rechte nichts als eine abgerissene
Notiz aus den longobardischen Gesetzen beizubringen weiß)* 2 3).
F) Noch entschiedener und allgemeiner, als von der Wieder-
holung des Diebstahls, behauptet Cropp von dessen Handhaf-
tigkeit, daß sie nur eine wesentliche Verschiedenheit im Verfah-
ren begründet, auf die Strafe selbst aber kernen Einfluß gehabt
habe^). Mit Recht hat jedoch Wilda die Richtigkeit dieser Be-

RB. n. Dist. IV. 9, 9. Gosl. Etat. S. 37, 15 — 20. S. 38,
11 — 13 j. S. 36, 15 — 25. Prag. RB. Art. 181, 4. Keure v.
Popering hen §.20 (Warnk. II. 2. S. 112). K. v. Ten. Hamere
(eb. II. 2. S. 210). K. v. Waes Art. 24 (eb. ,81). K. v. Slei-
dinghe §. 28 (eb. II. 1. S. 60). Stadtr. v. Hadcrsleben c. 23
(6. 8t3t. 81e8v. II. 460). Augsb. Stat. (Freyb. S. 76). Barr. LR.
Art. 39. Münchn. Stadtr. Art. 77. Handf. v. Freib. i. Uechtl.
Art. 42 (Gaupp II. 91). Burgdorf. Handf. Art. 90 (eb. 129 .
*) Insoweit hat Cropp S. 342 Recht.; s. auch Brünner Schvf-
fenbuch »r. 301. 312 (Rößler S. 138. 142). Heffter §. 497. n. 9
scheint die in der vor. Note citt. Stellen nicht zu kennen; ebensowenig
Roß Hirt Gesch. und Syst. II. 311. 312.
2) Practica rer. crim. c. 110. n. 27 — 33. Sehr unbegründet ist
die Bemerkung von Heffter §. 498. n. 8.
3) Freilich ergeht das dem einheimischen Rechte in den neuesten
deutschen Lehrbüchern nicht besser. S. Heffter u. Roßhirt a. a. O.
Marezoll erwähnt zwar den Punkt S. 459. n. 8, aber mit un-
brauchbaren Citaten. Mittermaier nr. 1 z. Feuerb. §. 332 führt
einige italienische Rechte des MAs. an, aber kein deutsches. Ziemlich
mager ist Abeggs 345 ff.
^) Cropp S. 362 f., besonders S. 382. 406 (eine andere Mei-
nung schiebt ihm auffallender Weise Heffter §. 499. n. 1 unter),
Kritische Ueberschau. IU. J4

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer