Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

178 Der Diebstahl nach dem deutschen Rechte vor der Karolina.
Auch ist zu bemerken, daß manche Rechte, welche für den gemei-
nen großen Diebstahl eine Summe festsetzen, in Fällen, wo son-
stige Qualifikationen hinzutreten, entweder gar keine Summe zur
Todesstrafe (resp. höheren Strafe) fordern, J) oder die regelmäßige
Summe mehr oder weniger herabsetzen. * 2)
Als regelmäßige Strafe des großen Diebstahls erscheint die
Todesstrafe (und zwar das Hängen, 3) resp bei Weibern Leben-
digbegraben), s) jedoch nicht in der Allgemeinheit, wie es zu behaup-
ten hergebracht ist. Abgesehen nämlich von schwereren Todes-
strafen, wie sie hie und da bei dem einen oder andern qualificirten
Diebstahl vorkamen, ist auch umgekehrt keineswegs überall der

1518. Tit. 19 Art. 7 auf 10 Schill.; vgl. Anm. z. Cod. Max. I. c. 2. §. 2.
b). Die Tprol. Ma lef.O. 1499 hat 25 Pfund Perner (§. 32. 33);
vgl. Wen dt nr. 12. 17.
*) So der Sachs. Sp. beim nächtlichen Diebstahl II. 13, 1. 28,
3. 39, 1. (Anders das RB. nach Dist. IV. 9, 2 und die Gosl. Stat.
a. a. O); das Bayer. LR. Art. 37. a. E., das München. Stadtr.
Art. 70. Brünn. Stadtr. Art. 70 (R. S.360) beim Viehdiebstahl.
Ruprecht II. 46 beim Bienendiebstahl. Augsb. Stat. beim Ein-
bruch und beim Pferdediebstahl (Freyb. S. 60). Die Handf. v.
Freib. i. Uechtl. Art. 42 u. von Burgdorf Art. 90 (Gaupp 11.91.
129) beim Rückfall; ebenso Prag. RB. Art. 181, 4 (Rvßl. S. 155).
In Beziehung auf Viehdiebstahl vgl. nordische Rechte bei Wilda S.
875 - 877.
2) So — für verschiedene Qualificationen — das sächs. Weichb.
(v. Daniels) Art. 72, 1. 3; Ruprecht II. 29. 35. Bayer. LR. Art.
35. 36- 39- München. Stadtr. Art. 77. 78. 316. 378. Augsb.
Stat. Art. 132. (Walch IV. 155). Gosl. Stat. S. 37, 15 — 20.
Prag. RB. Art. 160 (Rvßl. S. 154).
') Dreyer, Antiquar. Anmerk, über einige in dem mittl. Zeitalter
üblich gew. Lebensstrafen S. 66 f. Grimm RA. S. 692 f. Wilda
S- 892 j. 500 — 503. Cropp S. 319 — 326.
4) Cropp S. 330 — 333. Wilda S. 506. 507. Es kam aber
auch (gerade beim Diebstahl) bei Männern vor; s. die Crim.Register
von St. Peter bei Gent 13 Ih. nr.9 (Warnkönig III. 2 Anh. S.61).
2) Zerreißung durch Pferde, s. die eb. angef. Cr im. Reg. nr. 27
(W. S. 66). Rädern bei Kirchendiebstahl, s. Stellen aus nord. Rech-
ten b. Wilda S- 503, Sachs. LR. II. 13, 4 u. a. (s. u.) Verbren-
nen „wer Gottes Leichnam stiehlt." Brünn. S ch ö ffe nsa tz. Art. 204
(Rößl. S.396) u. s. f.; vgl. Tyrol. Malef.O. §. 15. Fall beiSchn-
berth Gerichtsverf. v. Bamberg. S. 115. 116.

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