Full text: Volume (Bd. 3 (1856))

von Ernst Immanuel Bekker. 107
den auch ältern Rechtslehrern zugänglichen Quellen mehr zu finden
gewesen, als oft darin gesucht sey."
Diese Deduktion des Vers, geht offenbar gegen Keller, wie
er diesen auch S. 8 (vgl. S. 9 a. A.) als seinen Hauptgegner
bezeichnet. Hierauf gibt Verfasser die Differenzpunkte seiner und
Kellers Ansicht in ihren Grundzügen an: S. 8: „Keller nimmt
an, daß durch die L. C. die actio in judicium deducirt und con-
sumirt werde, dafür aber aus ihr eine Obligation »condemnari
oportere« entstehe. Diese wird wiederum von dem Urtheil con-
sumirt, und durch eine neue Obligation »judicatum tacere opor-
tere« ersetzt. Solche Wirkungen treten bei gewissen Klagen und
unter gewissen Voraussetzungen direct ein, nur hier findet zwei-
malige wirkliche Novation statt. In allen andern Fällen werden
gleiche Wirkungen auf indirektem Wege erzielt, und zwar dienen,
von dem Augenblick der L. C. an die exc. rei in jnd. ded., und
nach dem Erkenntniß, mit jener electiv concurrirend, die exc. r. j.
dazu, die Consumption zu verwirklichen. Gegenstand der Con-
sumption aber ist nicht die formelle Klage, sondern
das zu Grunde liegende Rechtsverhältniß in seiner
modificirten Natur eines Klagrechts. Aeußerlich soll
dieß durch die intentio bestimmt werden, so daß der Regel
nach, was den Inhalt der intentio ausmacht, consumirt wird.
Der exc. rei jud. weist Keller neben der Bestimmung, als
Organ der Proceßeonsumption zu wirken, von ihm nega-
tive Function der Einrede genannt, die andere positive Function
zu, die positiven Resultate eines Urtheils im späteren Rechtsstreite
geltend zu machen."
S. 9 folgt die Theorie des Verfassers: „Ich entwickle die
processualische Consumption aus der Regel »bis de eadem re ne
sit actio.« Der an sich klagbare Anspruch darf nur einmal
mit K la g e verfolgt werden. Hat eine Klage über den A n sp ruch
ftattgefunden, so hat er die Klagbarkeit verloren; und wird dennoch
eine neue Klage über denselben Anspruch vorgebracht, so ist,
wo nicht der Prätor den Klagantrag zurückweist, diese Klage nach
Verschiedenheit der Fälle, bald an sich unwirksam, bald durch eine
exc. rei in jud. ded. oder rei jud., je nach dem Proceßabschnitt,
bis zu welchem die erste Klage durchgeführt worden, zu entkräften.
Die letztgenannte Einrede wirkt also den Klagen entgegen, welche

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer