Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

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H. E. Dirksen, Erörtenmg einiger, auf die
gatio 72) der Eigenthümlichkekt des Mancipations-Te-
staments, welches freilich nicht verschmähte, auch das altere
Vindications-Legat sich anzueignen und fortzubilden. Fer-
ner das Testamentum per Aes et Libram, zu dessen
Vollziehung der Familia Emtor in ganz eigenthümlicher
Weise mitwirkte, mußte dazu beitragen, den Grundsatz der rö-
mischen Testaments-Theorie, daß jede Art der indirecten
Succession in eine Berlassenschaftvermittelt sein müsse durch
die Person des lieres directus, nach allen Richtungen hin fort-
zubilden. Endlich dürften die Elemente zur Einführung und
Entwickelung der 8ucces8l0 contra testamentum erst durch
das Mancipations- Testament dargeboten sein. Denn nur die-
ser Testamentsform, nicht aber dem, durch einen förmlichen
Beschluß der Wolksgemeinde beglaubigten, Comitial-Testament
konnte die Voraussetzung angepaßt werden, daß dem Inhalte
einer lctztwilligen Erklärung nur unter der Bedingung der
Schutz der Staatsgewalt sei zugesagt worden, wenn die ge-
troffenen Verfügungen im Einklänge seien mit den olLcia
pietatis.

Wir ziehen nunmehr die Summe der Einzelheiten zusam-
men, die aus der Anwendung der Mancipationsform auf die
Testaments-Errichtung sich ergeben, und in denen eine Er-
weiterung der Grenzen der Mancipations-Theorie überhaupt zu
erkennen ist.
Die Römer glaubten nicht genöthigt zu sein, den enge ge-
schloffenen Kreis der Mancipi Ke» zu erweitern, um für
den Mancipationsact die ausgedehnteste Anwendung auf sämmt-

74) Tajus Inst. comm. III. 173. sq. Bergl. Savigny's System
d. heut. R. Rs. Bd. 5. S. 540.

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