Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

Rechtswohlthaten der Frauen in Bezug auf Jntercessionen. 381
r i a l i auctoritate introducta sunt. Dadurch waren doch
wahrlich jene mit betroffen! Vorausgesetzt also, die alten Edicte
wären bis dahin noch nicht abgeschafft gewesen, so bliebe zur
Erklärung der ganzen Sache nur die Annahme übrig, daß Con-
troversen und Zweifel über deren Verhältniß zum Vellejanischen
Senatsbcschluß und ihre Anwendung schon in älteren Zeiten
entstanden seien, — daß aber die Pandektenstellen und Con-
stitutionen, namentlich die beim vierten Grunde hervorgehobe-
nen , der bezüglichen Titel in dem Sinne ercerpirt und zusam-
mengestellt worden, daß die Meinung dadurch als sanctionirt
erschiene, welche davon ausging, daß seit dem Vellejanischen
Scnatsbcschlusse Alles gleich geworden sei, und daß, um den
letzten Zweifel dagegen für sein neues Gesetzbuch ein für alle-
mal zu beseitigen, Justinian die (wahrscheinlich schon dem alten
Codex einverlcibt gewesene) Constitution erließ, die sich ja an-
kündigt, daß ste antiquae jurisdictionis retia et difficillimos nodos
resolvere solle.
Hiernach wäre denn das Resultat also äußersten Falls da-
hin zu modisiciren, daß die vorstehende Darstellung des Ver-
hältnisses der Jntercessionen der Frauen für Dritte zu denen
der Ehegattinnen für ihre Gatten wenigstens im Geiste
und Sinne des in Justinian's Rechtsbüchern ent-
haltenen Rechts die richtige, also die sei, welche
er selbst als solche etwaigen anderen gegenüber
habe betrachtet wissen wollen, und die bis dahin
nur nicht ganz ohne Anfechtung gewesen.
§. 8.
Von der Novelle 134. C. 8.
Es ist nun noch die so viel besprochene Authentika: 8i qua
mulier, oder das 8. Capitel der 134. Novelle Übrig, welches
bekanntlich zu der Controverse Veranlassung gegeben hat, ob
ein von zwei Ehegatten gemeinschaftlich ausgestelltes Schuldbe»

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