Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

•T78 C. Fr. F. Sintenis, Von der proceffualischen Natar der
worden^), dies davon zu erklären, daß in gewissen Fallen
auch für die Ehefrauen das Sctmu Vellejanum von Nutzen und
nothwendig gewesen sei; nämlich dann, wenn ein Geschäft
einer Ehegattin eine versteckte Intercession enthalten habe, so
daß dieser Umstand von der Intercedentia erst habe zur Sprache
gebracht werden müssen. Es hat nun allerdings wohl seine
Richtigkeit, daß in einem solchen Falle die Form der Exceptio
diejenige wäre, welche gebraucht werden müßte, um diesen
Umstand mit zur Erörterung (in judicium) zu bringen. Allein,
wenn wir gesehen haben, daß der Senatebeschluß die Erfül-
lung der Jnterxessiovs - Obligation ganz in das Belieben der
Frau stellt-'), das Jntercessionsverbot dcr Ehefrauen aber, zu

nes in solchen Fällen gar keine Erwähnung gctban wäre, so
würde uns jener Schriftsteller daraus überführen wollen, daß dcr
ganze Titel nicht auf dse Jntercessionen der Gattinnen für ihre
Gatten bezogen worben sei! — Ein Grund von ähnlicher Stärke
ist der: »daß, wenn solche Jntercessionen nur nach dem Senatsbe-
schluß zu beurtheilen waren, der Gesetzgeber damit einen Weg er-
öffnet hätte, das Schenkungsverbot zu umgehen, weil die Gattin
dann nur die Exceptio nicht habe vorzuschützen brauchen«. Allein
das hangt einmal mit dem Jrrthum dieses Verf. über das Wesen
der Jntercessionen insofern zusammen, als er jede Intercession einer
Gattin für ihren Gatten, sobald sie noch nicht erfüllt, sondern auf
deren Erfüllung geklagt wurde (?), für eine noch zu erfüllende
Schenkung hält! Sodann übersieht er, daß, wenn eine Schenkung
in der Intercession liegt, dieses Geschäft selbst dann jene nicht
zur Perfection bringt, wenn Zahlung erfolgt, sondern diese vom
Beschenkten Zeitlebens zurückgefordert werden kann. Wenn aber das
nicht geschieht, so convalescirt die Schenkung. Es steht also Alles
in Harmonie, sobald man nur den letzten Satz nicht aus den Augen
verliert. —
M) Von dem selb en Schriftsteller, S. 122.
") Da Kattenhorn dies selbst demonstrirt, so ist es wiederum un-
erklärlich, und eine Jnconsequenz, wenn er diesen Charakter ei-
ner Obligation auf die, wenn auch versteckte Intercession der Gat-
tin für den Gatten ausdehnt, während diese nach ihm doch ver-
boten sein soll. Hätte er mit dem letzten Punkte Recht, so träfe
ihn das ganze Gewicht seines eigenen Grundes (s. vor. Anm.),

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer