Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

Brackenhoeft, üb d.Wirksamk.d.Contumacialsent.d.rim.Civilpr. 33t
lich? Die Unabänderlichkeit soll nun damit noch nicht ent-
standen sein, daß ihr Inhalt, die edita acüo, welche das strei-
tige Rechtsverhaltniß feststem, dem Gegner mitgetheilt, oder
dem Prätor zur Gestattung der actio vorgelegt worden ^).
Erst dann soll sie, wie aus dem fernern Inhalte des Rcscripts
hervorgeht, eingetreten sein, wenn die Parteien vor dem Iu-
dex zur Verhandlung erschienen sind. Es würde nun weniger
bedenklich sein, anzunehmen, daß die Zeit der geschehenen Li-
tiscontestation hier bloß in Beziehung auf die Unabänderlich-
keit der Formel bestimmt sei, als, wie man neuerdings gethan
hat 5*)f die Anstöße, welche diese Stelle darbietet, durch die
Annahme von Interpolationen zu beseitigen. Denn, als die
Litiscontestation aufgehört hatte ein einzelner bestimmter Act
zu sein, da konnte es fast nicht ausblciben, daß man die eine
Wirkung an dieses, die andere Wirkung an jenes Moment
des Einleitungsverfahrcns, welches nun die Hs hervorrief,
knüpfte. Allein, gerade wenn man das Rescript als auf eine
Entscheidung über den Zeitpunkt der Unabänderlichkeit der For-
mel berechnet betrachtet, so fällt es auf, daß das Moment der
Gestattung der Formel, und der Ernennung des Judex,
von Seiten des Prätors, hier ganz mit Stillschweigen über-
gangen wird 22). Erwägt man indeß, daß, wiewohl durch
die Begründung einer Hs ein obligatorisches Verhältnis, unter
den Parteien entsteht, dieses doch, nachdem ein besonderer Act
der Litiscontestation nicht mehr stattsindet, nur re oder 5acw
hervorgerufen werden kann, so wird man jene gestattenden
Handlungen des Prätors keineswcges als ihrer Natur nach

43) Postulatio.
") S. Keller a. a. O. S. 12.
") Das eigentliche jus dicere tritt hier gar nicht hervor. Könnte man
die Stelle auf eine Verhandlung ohne Trennung zwischen jus und
judicium beziehen, so würden alle Schwierigkeiten derselben ver-
schwinden. Allein dagegen redet der Ausdruck: »jus reddentis«, und
die Zeit des Rescripts.

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