Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

318 Brackenhoest, üb. d. Wirksam!. d.Contumacialsent.d.r!m.Civilpr.
dem Beklagten die Möglichkeit gegeben war, sich der durch
den bereits begonnenen Angriff des Klagers begründeten Nö-
thigung durch Entfernung oder Nichterscheinen zu entziehen,
und so jenen Angriff fruchtlos zu machen. — In einem sol-
chen Falle, der hier einstweilen im Allgemeinen als der des
Ungehorsams des Beklagten (mit dem dieser Aufsatz bis zum
§. 10 sich hauptsächlich allein beschäftigt) bezeichnet wird, mußte
dem Kläger die Möglichkeit entzogen sein, ohne Wiederholung
des bereits Geschehenen eine condemnatio oder res judicata zu
erlangen. Jedoch erlitt dies, nach Verschiedenheit der Proceß-
lage, Modificationen. Das Genauere darüber festzustellen soll
im Nachfolgenden versucht werden. Hier mag indeß noch her-
vorgehoben werden, daß die Bedeutung der Sicherheitsbestel-
lungen für das Erscheinen, das vadimonium und die cautio
de judicio sisti, mit der gegenwärtigen Materie in naher Ver-
bindung steht. Denn, da der Kläger, und zwar selbst wenn
ihm Mittel zu Gebote standen, auch ohne condemnatio oder
res judicata die Güter des Beklagten zu seiner Befriedigung
anzugreifen oder in den Besitz des ihm entzogenen Gegenstan-
des zu gelangen, jene zu erwirken ein rechtliches Interesse ihrer
Wirkungen halber haben mußte, so läßt sich eine diesem In-
teresse entsprechende Pflicht des Beklagten zur Bestellung von
Sicherheit für den Fall des Ungehorsams daraus nicht nur ge-
nügend erklären 6), sondern es muß auch, da ein rechtlich be-
gründetes Interesse anderer Art bei dem Erscheinen des Be-
klagten für den Kläger nicht denkbar ist, jene Pflicht von die-
sem Interesse abhängig gewesen sein. — Eine Erörterung über
die so bestrittene und in wesentlichen Beziehungen zweifelhafte
Bedeutung jener Sicherheitsleistungen muß hier indeß in
Rücksicht auf die Grenzen des Raumes für jetzt unter-
bleiben.

') lieber das defendere als Pflicht des Beklagten f. unten §. 4.

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