Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

($. Seil, Von den causis, ex quibus infitiatione lis crescit etc. 29
Einfache. — Allein mit diesem negativen Resultate ist
allerdings das gerade umgekehrte positive Beweisthema, daß
die actio judicati auch nach Justinianeischem
Rechte durch Laugnen aufs duplum wachse, noch
keineswegs erbracht, vielmehr soll dazu das Folgende die-
nen.-
Wie mehrfach in den Quellen ausgesprochen l), schließt sich
das Wegfallen der condictio indebiti ganz enge an die causae,
quae infitiando crescunt an, so daß in ihnen sämmtlich, aber
auch nur in ihnen *), gedachte Eigenthümlichkeit eintritt. Von
der allerhöchsten Bedeutung für das fortdauernde Cresciren der
actio judicati muß daher die Frage erscheinen, ob noch im
neusten Römischen Rechte die condictio indebiti bei irrthüm-
licher Zahlung ex causa judicati ausgeschlossen bleibe oder
nicht, weil im Bejahungsfälle aus der fortdauernden Wir-
kung da ein vollgültiger Schluß auf die Fortdauer der Ur-
sache gemacht werden darf, wo, wie nachgewiesenermaßen in
unserem Falle, kein sonstiger Grund vorhanden ist, das isolirte
Fortbestehen der Wirkung nach verschwundener Ursache anzu-
nehmen. Nun cessirt aber ganz entschieden auch noch im neu-
sten Römischen Rechte die condictio indebiti nach irrthüm-
lich geschehener Zahlung ex causa judicati '), und somit er-
scheint denn der soeben hypothetisch hingestellte Schluß als de-
finitiv gerechtfertigt.

i) §. 7. J. «Je obl. q. e. c. (3 27.) Ex quibusdam tamen causis
repeti non potest, quod per errorem non debitum solutum sit.
Sic namque definierunt veteres: Ex quibus causis infitiando
lis crescit, ex iis causis non debitum solutum repeti non posse.
E. 4. C. de cond. ind. (4. 5 )
E. 23. §. 4. eod. (12, 6.) Si qua lex ab initio dupli vel quadru-
pli statuit actionem, dicendum est, solutum ex falsa ejus causa
repeti posse.
3) L. 1. C. de*cond. ind. (4, 5.) Anton.: Pecuniae indebitae per
errorem, non ex causa judicati solutae, esse repetitionem
jure condictionis non ambigitur. L. 2. C de compens. (4, 3E)

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer