Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

Ur. E. Hoffmann, über den Umfang der Servituten rc. 307
In tradendis miis aedibus ab eo, qui binas habet, species
servitutis exprimenda est; ne, si generaliter servire dictum erit,
aut nihil valeat, quia incertum sit, quae servitus excepta sit, aut
omnis servitus imponi debeat.
Paulus sagt hier, daß der Eigenthümer, welcher von
zwei Gebäuden das eine übergebe (und sich eine Servitut zum
Vortheile des zurückbehaltenen an dem übergebenen Vorbehalte),
die reservirte Servitut ihrer Species nach genau bezeichnen
müsse, damit nicht, wenn nur im Allgemeinen gesagt worden
sei, das eine Prädium solle dem andern dienstbar sein, die Be-
stellung überhaupt nichts gelte, weil es ungewiß erscheine,
welche Art der Servitut gemeint sei, oder damit nicht mit ei-
ner jeden Art der Servitut das übergebene Prädium belastet
werden könne.
Paulus läßt cs unentschieden, wann bei einer allgemei-
nen Bestellung der Servitut die erste Alternative und wann
die zweite eintreten solle, und welche als die Regel zu betrach-
ten sei. Die Natur der Sache, wie sie oben angegeben ist,
sowie auch der Umstand, daß Paulus die Alternative, wonach
bei einer ganz allgemeinen Bestellung einer Servitut überhaupt
die ganze Bestellung nichts gelte, voranstellt, spricht indessen
dafür, daß die Ungültigkeit der Bestellung in einem solchen
Falle die Regel bilde.
Führen verschiedene Ausübungsweisen der Servitut, welche
nicht zugleich oder nach einander, sondern nur alternativ zur
Anwendung kommen können, zu demselben Ziel, kann der
Zweck der Servitut durch jede dieser verschiedenen Ausübungs-
arten in derselben Weise, und in gleicher Vollständigkeit er-
reicht werden, so muß diejenige Ausübungsart gewählt werden,
welche dem dienenden Prädium am wenigsten beschwerlich fällt,
welche die geringste Beschränkung für das dienende Prädium
enthält. Diese Ausübungsweise macht dann den Inhalt der
Servitut aus. Deshalb muß auch regelmäßig wenigstens die
einmal gewählte Ausübungsweise beibehalten werden. Dieses

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