Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

E. Sell, Von den causis, ex quibus infitiatione iis crescit etc. 227
nicht179) ? — Allein auch dieser Ausweg genügt nicht, da die
Gesetze ganz entschieden und allgemein einer jeden Partei die
Pflicht auflegcn, sich sowohl über den zugeschobencn Eid des
Gegners zu erklären , als den rcferirten Eid sofort auszu-
schwören E). — Der Sinn obiger Worte des Paulus ist
vielmehr folgender:
Daß der Beklagte in den Litiscrescenzfallen nach ausge-
schworenem Eide des Klagers nur das simplum, nicht das du-
plum zahlen muß, hat darin seinen Grund, weil jener diesen
durch die Eidesdelation von der necessitas probandi befreit.
Und daher dauert denn auch — ganz consequcnt — da, wo
dieser Theil des Ediktes keine Anwendung leidet, d. h. der
Beklagte den Klager trotz des vom letztern aus-
geschworenen Eides nicht wirklich von der neces-
sitas probandi befreit, die ursprüngliche actio dupli un-
verändert fort. Daß aber der Beklagte den Kläger trotz
des von diesem ausgeschworenen Eides nicht seiner Beweislast
überhob, machte sich so oft geltend, als ersterer da, wo
dies möglich war m), den Eid des letztern läugnete,
und daneben doch auch den Klagegrund nicht ein-

179) Vergl. z. B. Suarci. 1. c. Sibi imputet, si post susceptum
jusjurandum non possit duplum persequi ex lege Aquilia. Nam
si habuit justam jurisjurandi recusandi causam, cur maluit ju-
rare, quam per tesics probare ? idque sibi xoluit Consultus dum
ait,cum omissa hac parte edicti, dupli actio integra
maneat. Mens est, delato a reo jurejurando, optionem habet
actor vel recusare vel suscipere jusjurandum: est enim ei libe-
rum non suscipere.
180) L. 34. pr. de jurej (12, 2). UIp.: Nec de injuria queri adver-
sarius potest, cum possit jusjurandum referre.
m) L. 34 §. 7. (J. eod.
l8#) Möglich war dies aber beim außergerichtlichen Eide, und da,
wo die actio in factum ex jurej. begründet erschien, nicht bei der actio
utilis, wo das beschworene Factum in die formula übergegangen.

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