Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

220 (§. Sell, Von den causis, ex quibus infitiatione lis crescit etc«
die actio utilis nur auf soviel geht, als dem Klager, davon
ausgegangen, daß er die beschworene Summe wirklich gegeben
habe, zukommt. Z. B. Die Frau beschwur, ihrem Manne
decem als dos gegeben zum haben. Hierdurch erlangte sie
noch keineswegs das Recht diese decem vollständig zurückzu-
verlangen; vielmehr war sie bei der von ihr anzustellenden ac-
tio de dote utilis nur des Beweises der gedachten Thatsache
überhoben, und im Uebrigen erhielt sie das, was ihr, als
wahr vorausgesetzt, daß decem gegeben, gesetzlich zukam. —
Beschwur dagegen die Frau, decem dotis sibi deberi, so konnte
sie mit der actio iu factum ex jurejurando die ganze Summe
ansprechen. Dies ist der Gegensatz, den Paulus, ohne die
Klagen ausdrücklich zu nennen, in L. 30. §. 2. de jurejur. (12,
2) hervvrhebt: Si mulier juraverit, decem dotis sibi de-
beri, tota ea summa praestanda est, sed si juravit, decem
se dedisse dotem, hoc solum non erit quaerendum, an
data sint, sed, quasi data sint quod ex eo reddi oportet,
praestandum erit.
Bringt man die vorliegende Darstellung der actio in fa-
ctum ex jurejurando und die aus den ausgeschworenen Eid ge-
gründete actio utilis mit unseren Litisereseenzsällen in Verbin-
dung, so griff bei zweien darunter, dem Judicate und De-
pensum, weil sie jedesmal aus certa pecunia gingen ""), im-
mer nur die actio in factum ex jurejurando Platz, wahrend bei
Beschädigungen ex lege Aquilia und beim Dam-
nationslegate die actio utilis zur Anwendung kam, wenn
die Parteien über den Betrag des Schadens, den Werth des
Legationsobjectes sich nicht gutwillig einigten 163).

»°) Gajus. IV. 48. 22.
***) Bergt. L. 25. §. 2. ad I. Aq. (9, 2). — Gieng das Damnationsle-
gat aus certa pecunia, so griff natürlich gleichfalls die actio in
factum ex jurejurando Platz.

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