Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

200 C. Sell, Von den causis, ex quibus infitiatione lis crescit etc.
ihn sonst selbst treffen würde(iS). Also waltet hier keine Noth-
wendigkeit einer vorherigen Beantragung der condemnatio du-
pli ob. —

B. Untersuchung der Voraussetzungen des Litis-
crescenz-Eintrittes in den verschiedenenProccß-
stadien und Gestaltungen.
§. 22.
I. Vom Falle der contumacia des Beklagten.
A) Zur Zeit deö ordo judiciorum privatorum.
1) Contumacia in jure.
Versteht man unter contumacia mit den Neueren jedwedes
widerrechtliche Verhalten eines der streitenden Theile, wodurch
der regelmäßige Proceßgang unterbrochen, gestört wird m), so
konnte sich der Beklagte sowohl vor als nach begonnenem
Rechtsstreite, und in letzterem Falle wieder, so lange der ordo
judiciorum privatorum bestand, wie in jure, so in judicio einer
solchen contumacia schuldig machen.
Vor begonnenem Verfahren in jure geschah
dies dadurch, daß er sich durch bösliches Latitiren der
in jus vocatio des Klägers entzog 70), und, erschie-
nen in jure, war er contumax, indem er entweder
jede Antwort verweigerte, oder sich doch nicht so, wie Vor-
schrift, durch Uebernahme eines Judicium gehörig vertheidigte^).

68) Nov. 18. c. 8. In talibus itaque omnibus modis condemnationem
boc fieri volumus modo: et si praeter liaec egerit judicem scire,
quia transcendens legem ipse tenebitur bis poenis.
6D) Vergl. Bethmann-Hollweg, Proceß I. S. 277.
70) Cic. pro Quinct. c. 19. Gajus III. 78. IV. 78. Theophil.
ad pr. I. III. 12.
71) Lex Gall. C i so lp. c. 21.

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