Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

C. ®eil, Bon den causis, ex quibus infitiatione Jis crescit etc. 191
mehr zurückgenommen werden konnte. Aeußerlich bemerkbar
macht sich der Moment der Litiscontestation im neuesten Römi-
schen Rechte dadurch, daß sich an sie unmittelbar die Aus-
schwörung des generellen Calumnieneides von Seiten der Par-
teien anschloß 47), welcher Eid durch Iustinian seine früher
behauptete subsidiäre Natur verlor , und daher auch in den
Litiscresccnzfallen Anwendung fand, in denen er bis dahin
ausgeschlossen war^).

tz. 20.
V. Beantwortung der Frage, ob die infitiatio auch dann
zur condemnatio dupli führt, W e N N die causa, quae
infitiando crescit, beiGelegenheit einer andernKlage
geltend gemacht wird?
Auf den Grund unserer Quellen hin ist diese Frage ganz
entschieden zu verneinen. So oft also z. B. eine Beschädigung,

Wendungen nicht bedienen darf, noch dazu in bis capitulis, quae
narratione comprehensa sunt, pro confesso, d. h. der Klage
geständig gehalten und verurtheilt. L. 2. §. 7. C. citat. Einer
befondern Erwähnung des gleichzeitigen Verlustes der Einreden
bedurfte es im §. 7. cit. nicht mehr, da dessen im pr. bereits ge-
dacht war. Auch in der Bezeichnung contradictio für des Beklag-
ten Thätigkeitsäußerung bei der L. C. finde ich keinen Grund für
das Vorbringen der dilatorischen Einreden nach letzterer, indem die-
ser Ausdruck, als reiner Gegensatz der confessio in jure, jeden
Widerspruch des Beklagten und folglich auch sämmtliche Exceptionen
umfaßt. — Daß in der interpolirten L. un. C. de Jit. cont. die
Jis als contestata angenommen wird, cum judex per narra-
tionem negotii causam audire coeperit, steht mit der
hier vertretenen Ansicht nicht in Widerspruch, wenn man causa als
das auffaßt, was in Folge der Darstellung des Sachverhältniffes
von beiden Seiten (per narrationem negotii) dem Richter als
der eigentliche Streitpunkt erscheint, da dieser sehr leicht
in dem Begründet- oder Nichtbegründetsein einer dilatorischen Ein-
rede bestehen kann.
47) L. 2. C. de jurej. pr. cal. (2, 59).
") H. 1. I. de poen. tein. Jit. (4, 16). Tbeopb. ad. b. 1.
49) Gajus, IV. 172.
Sell'sche Jahrbücher. II. 2.

13

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