Full text: Volume (Bd. 2 (1843))

180 C. Sell, Bon den causis, ex quibus inütiations lis crescit etc.
die Litiscrescenz, an welchen der letzteren sie die condemnatio
in simplum knüpfen? — Aus dem Rechtssatze: Infitiando
Iis crescit in duplum an sich ist dies so wenig zu erken-
nen, wie aus der Aeußerung Ulpian's^): Haec actio (legis
Aquiliae) adversus confitentem competii in simplum, adversus
negantem in duplum. Und doch scheint es von der höchsten Be-
deutung, zu wissen, ob nur der consessus in jure, also der die
Klage unbedingt Einräumende von der Litiscrescenz frei sei,
oder schon derjenige, welcher die Klagefacten zugesteht, aber
sonstige Vertheidigungen vorbringt.
Ex professo davon handelnde Aussprüche der Gesetze liegen
keine vor. Um so freudiger müssen wir eine beiläufige Aeuße-
rung von Paulus begrüßen, die uns zu einem Rechtsprincipe
verhilft, wornach die quellenmäßige Entscheidung obiger Fra-
gen möglich wird. Diese Aeußerung des Paulus ist enthal-
ten in E. 30. pr. de jurejur. (12, 2) (Lib. 18. ad Ed.) und lall-
tet also: Eum qui juravit ex ea actione, quae infitiando crescit,
aliquid sibi deberi, simpli, non dupli persecutionem sibi adqui-
rere, Pedius ait. Abunde enim sufficere exonerare
petitorem probandi necessitate, cuin omissa bac parte
Edicti, dupli actio integra maneat, et potest dici hoc judicio non
principalem causam exerceri, sed jusjurandum actoris conser-
vari.
Hiernach soll der Kläger ex causa, quae infitiando crescit,
nur auf's Einfache klagen können, wenn der Beklagte die Er-
bringung des Klagegrundes von dem Eide des Klägers abhän-
gig gemacht und dieser wirklich geschworen hat. Gründe dieser
Entscheidung giebt Paulus zwei an, einen von Pedius her-
rührenden, dem er gleichfalls beipflichtet, und einen eigenen.
Jener — und er interessirt uns hier zunächst allein — ist der,
weil es mehr als genug sei (abunde sufficere),
UM in den Litiscrescenzfällen der persecutio dn-

'”) L. 23. §. 10. ad leg. Aq. (9, 2).

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