Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

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W. Sell, lieber das Verbot der Zinsen supra <1up!um.
Caracalla als Mitrcgenten'); constt. 6 —11 eod. sind bloß
»Imp. Antoninus« überschrieben — Caracalla, als alleiniger
Regent von 212 an; und dann folgt const. 12. »Imp. Alex-
ander* — also Severus Alexander von 222 n. Chr.
Die Worte unserer Constitution lauten:
const. 10 C. de usur. (4, 32.) (Imp. Antoninus A. Donato.)
Usurae per tempora solutae non proficiunt reo ad dupli com-
putationem. Tunc enim ultra sortis summam usurae non
exiguntur, quotiens tempore solutionis summa usurarum ex-
cedit eam computationem.
Diese Worte sind so bestimmt und deutlich gefaßt, daß
sie keinen Zweifel über die Beschränkung des Verbots der
usurae supra duplum auf rückständige Zinsen Raum lassen.
Das erkennt man, wie schon bemerkt, allgemein an, und darum
bleibt nur der Streitpunkt übrig: ob unsere Constitution eine
correctorische Vorschrift enthalt, oder ob sie nur eine einfache
Anwendung des damals geltenden Rechtes ist. Für die letztere
Ansicht sprechen nun alle Gründe.
Die const. 10 eit. ist, wie die Ueberschrist zeigt, ein kai-
serliches Refcript an einen gewissen Donatus. Würde nun
Antoninus in einer Zeit, in welcher die gesetzgebende Gewalt
der römischen Imperatoren noch keineswegs so allgemein aner-
kannt war, als von der Zeit Constantins des Großen
an, da der römische Staat auch der Form nach zur unum-
schränkten Monarchie sich gestaltete — würde in jener Zeit der
Kaiser durch ein einfaches Refcript das geltende Recht s)
so wesentlich geändert haben; — in einem Punkte, der so bedeu-
tend in den Verkehr eingreift?
Und dann — die ganze Fassung der Constitution! Paßt

*) Zimmern a. a. O. S. 186. Not. 16.
s) Caracalla war ja, wie bekannt, Zeitgenosse Pap ini an'6, aut
dessen Schriften die meisten der im vorigen §. erörterten Digesten«
stellen entlehnt sind.

5*

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