Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

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W. Sell, Ueber das Verbot der Zinsen supra duplum.
dene Eigenthümlichkeit des darin behandelten Falles. — Er-
wägt man nämlich, daß die versprochene poena pro operis
servi sich erst auf die Zeit nach überstandener Gefahr bezieht,
da dem Darlehnsgeber schon das Capital mit den überseeischen
Zinsen gesichert, und insofern das eigentliche Darlehnsgeschäft,
das soenus nan ticuin, vollendet war: so gebt schon daraus ein
wesentlicher Unterschied zwischen dem Falle des Fragmentes
und andern gewöhnlichen verzinslichen Darlehen
hervor; vielmehr tritt weit mehr die rechtliche Natur der poena
hervor, welche nach dem Digestcnrecht gewöhnlich auf das
duplum gerichtet war ‘). Da NUN die poena pro operis servi
hier nach Tagen berechnet wurde, so war cs natürlich, das
gewöhnliche duplum der Privatstrafe in der Art zu bestimmen,
daß man von dem ersten Tage das Doppelte zu rechnen an-
smg, und dasselbe schloß, wenn die Strafe des letzten Tages
das duplum erfüllt hatte.
Dazu kommt noch ein anderer Grund, welcher das Haupt-
moment für die eigenthümliche Beschränkung dieser poena im
vorliegenden Falle enthält, und wodurch sich derselbe wesentlich
von dem gewöhnlichen verzinslichen Darlehen unterscheidet.
Wenn nämlich die Privatstrafe für die operae des Sclaven
nach Tagen bestimmt war *), und jährlich nicht mehr als 12
Procent (usurae centesimae) betragen durfte, so mußte natürlich
eine Reihe von Jahren verstreichen, bis die poena den Betrag

>) fr. 44 II. c!e usur. (22, 1.) fr. 13 §. 26. 1). de A. E. V. (19, 1.)
fr. 9 pr. I). de usur. (22, I.) fr. 43 i. f. fr. 44. fr. 4) pr. D,
de A. E. V. (19, 1.) Darüber in einer späteren Abhandlung das
Nähere.
2) Auch darin liegt ein Unterschied von den Zinsen, welche nach Mo-
naten berechnet wurden. Ebenso erscheint die versprochene poena
bis zum duplum als ein Ganzes, während die Zinsen in verschie-
denen monatlichen Leistungen bestehen. Cujac. Traclaf.ad African.
VII. ad I . 23 D. de O. el A. (44, 7.)

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