Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

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W. <3eil, lieber das Verbot der Zinsen rupra äuplum.
Darum erscheint es auch nicht einmal nöthig, statt »non» durch
Verbesserung des Textes »nec« zu setzen, wie Manche gewollt
haben 1).
Nach der vorstehenden Erklärung sagt der Jurist in fr. 4.
§. 1 cit. bei Gelegenheit des foerius nauticum im Allgemeinen
nichts Anderes als Das, was er in dem früher mitgetheilten
fr. 9 pr. D. de usur. über das Versprechen einer Privatstrafe für
die verspätete Zahlung verzinslicher Darlehen überhaupt aus-
gesprochen hat. Und in der That ist auch der Fall in fr. 4. 8-
1 cit.von jedem andern Falle einer Privatstrafe, welche für ver-
spätete Zahlung stipulirt worden ist, nicht wesentlich verschie-
den. Denn die unbeschränkten Zinsen in der Zeit der Classiker
und die höheren Zinsprocente zu Justinians Zeit werden bei
der pecunia Irajectitia allein wegen der Gefahr während der
Seereise gestattet: »propter periculum creditoris quamdiu
navigat navis« 2 3 *); bei der stipulirten poena wegen verzöger-
ter Zahlung nach der glücklichen Ankunft des Schiffes ä) fällt
das Charakteristische des foenus nauticum,« das besondere Ri-
sieo, völlig weg ♦).
Wie nahe die beiden, hier zum Zwecke der Erklärung zu-
sammengestellten Fragmente von Papinianus (fr. 4. §. 1.
fr. 9. pr. citt.) ihrem Inhalt nach sich berühren, zeigt auch
noch folgende nahe liegende Vergleichung. Am Schluffe des
fr. 4. §. 1. sagt der Jurist i. d. W. »In stipulatione foeno-
ris etc.« 5). Wenn bei einem Zinsversprechen, welches nach

*) Noodt 1. c. pag. 218. Cujae. Observat, V, 38. Glück a. a.
O. S. 105.
2) Paul. Sent. Ilee. 1. c. fr. 5. D. de naut. foen. (22, 2.) fr. 1.
eod. const. 1-4 C. eod. (4, 33.)
3) Auch der unmittelbar folgende Satz in fr. 4 §. 1. »Post diem pe-
riculi« etc. deutet darauf hin, daß in der Stelle von einem Ver-
sprechen für die Zeit nach überstandener Gefahr die Rede ist. Das
Nähere sogleich weiter unten.
*) fr. 4 |»r. D. de naut foen. (22, 2.)
5) £)ben sind sie vollständig mitgetheilt.

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