Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

W. Sell, Ucber das Verbot der Zinsen supra üuplum. -3
tem Werth anzulegen, und trotz dem ereignet es sich zuweilen,
daß bei schnell sinkendem Güterwerth aus dem Verkauf der
Pfänder nicht einmal der Betrag des Capitals erlöst wird').

tz. 6.
II. Justinianisches Recht.
A. Recht der Digestcn.
Wir greifen nun den Faden der Untersuchung, welcher in»
vorigen Paragraphen für kurze Zeit unterbrochen werden mußte,
wieder auf, indem wir das Resultat der früheren Darstellung,
in Uebcrcinstimmung mit dem zu Anfang des tz. 2. oben Be-
merkten, nochmals dahin aussprechen: Sowohl nach den ein-
zelnen Zeugnissen der Quellen als nach der ganzen geschichtli-
chen Entwickelung der römischen Zustände in Beziehung auf
die Zinsen laßt sich bis in die erste Kaiserzeit ein bestimm-
tes dauerndes Verbot der usurae supra duplum nicht anneh-
men; vielmehr weisen die speciellen Zeugnisse so wie der Ge-
sammteindruck des Ganzen, mit Sicherheit auf das Gegen-
theil hin.
Der Fortgang der Untersuchung führt uns jetzt zu dem
Rechte der Digesten, oder vielmehr zur Periode der ju-
ristischen Classi ker, deren Schriften in den Digesten er-
cerpirt sind. Diese Periode laßt sich aber bei unserem Gegen-
stand mit der Zeit von Justinians Compilation insofern ver-
binden, als eine wesentliche Aenderung der Compilatoren an
den betreffenden Stellen in der justinianischen Gesetzsammlung
sich nicht wohl annehmen läßt; mag man diese Stellen einzeln

*) Beispiele dieser Art sind dem Berf. au« seinem früheren prakti-
schen Berufsleben bekannt.

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