Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

440 Von der prozessicalischen Natur der Besitzmängel.
sofern, als nicht vi) dam oder precario verfahren worden, da
müsse der Magistratus auch unerinnert diese Clausel adjiciren,
sowie er, wenn das Gegentheil schon durch den Klagevortrag
gewiß sei, gar kein judicium habe eröffnen dürfen. Wenn nun
eine solche Clausel in exceptivischer Form adjicirt werde, so
werde sie auch wirklich exceptio genannt.« Dieser Satz ist
ohne allen direkten Beweis aufgestellt, er könnte also nur
schlußweise gewonnen werden. — Dagegen werden von Ande-
ren jene Vitia als eigentliche Exceptionen angesehen. So na-
mentlich hat sie Savigny in seinem Werke vom Besitz stets
in dieser Eigenschaft betrachtet und spricht nie anders von
ihnen l) — Manche2 3 * * *) fassen dies so auf, daß der Prätor ein
für alle Mal gewisse Erceptionen publicirt habe, ohne daß aber
dadurch an deren Natur etwas geändert worden sei, und gehn
dabei in der Behauptung der Erceptionsnatur soweit, daß sie
eine Klage, aus welcher selbst ein solcher Mangel hervorleuch-
tet, nicht von richterlichem Amtswegen ohne Weiteres zurückge-
wiesen wissen wollen s). Es scheint kaum, daß die Wahrheit
in der Mitte liegen könne, gleichwohl ist es wenigstens gewis-
sermaßen der Fall. Soviel ist für's Erste gewiß, daß der Be.
griff Lxceptio auf jene Mängel bezogen wird. Dafür sprechen
folgende Beweise:
1. Im ältern Rechte bestand für das Jnterdict de Vi,
wenn sie nur nicht armat» war, dieselbe Vorschrift, daß, wer
es anstellen wolle, nicht selbst vi, clam oder precario zu be-
sitzen angefangen haben dürfe +). Justinian hat dies §. 6.
I. de Interd. aufgehoben: Nam ei (dejecto) proponitur in-

s. noch Ztschrst. für gesch. R. W. Bd. VI. S. 248, ff.
2) Schröter in seiner Zeitschrift Bd. II. S. 252, ff.
3) Das thut Derselbe, indem er Unterholzner's widersprechende
Ansicht, Verjährung, Bd. I. §. 116. als falsch bezeichnet.
+) Vgl. Savigny Besitz S. .540*) -), 541.8). Paul S. R. Lib. V.
6. §. 7. Schräder. Com, ad Inst. IV. 18. §. 6.

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