Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

420 lieber den Einfluß einer communio rei auf Klageberechtlgnngen
geändert ist und zu unterscheiden zwischen dem Haben der
Mauer überhaupt und dem Haben derselben in schräger Rich-
tung offenbar völlig unsinnig wäre, denn der, der die Mauer
inne hat, hat sie nothwendig so inne, wie sie nun gerade ist.
Auch dies ist ferner klar, daß man nicht sagen dürfe, weil
das opus eigentlich die Ursache der schrägen Senkung der
Mauer sei, dieses opus aber weder gemeinschaftlich wäre, noch
gemeinschaftlich inne gehabt würde, deshalb hier die actio nega-
toria gestattet werden dürfe. Denn aus diesen Prämissen würde
nur folgen können, daß eine derartige Intentio: ju8 non esseopu,
ita habere nachzulassen sei, nicht aber eine solche, wie sie der Jurist
giebt, j»8 non e88e ita parietem habere. Denn den Umstand,
daß die Senkung der Mauer gerade durch das opu8 erfolgt
ist, muß nothwendig immer der andern, daß sie gemeinschaft-
lich ist, das Gleichgewicht halten, so daß aus diesem Grunde
der eine noch immer nicht klagen kann,ju8 non e8«e ita aedi-
ficatum habere; oder mit andern Worten, daß jene Senkung
der Mauer in Folge des vom Nachbar errichteten opus ge-
schah, kann das Moment weder berühren noch aufheben, daß
der klagende Miteigenthümer den paries nun auch in der Be-
schaffenheit, worin er eben ist, inne hat, und gerade dieses
Moment des so Jnnehabens muß nothwendig gleichsam durch
die Erklärung gehoben werden, da sonst aus ihm die Unmög-
lichkeit einer Intention, wie sie Pomponius hier zuläßt, mit
Recht gefolgert werden kann.
So bleibt denn schwerlich etwas anders übrig, als sich
die Sache hier auf folgende Weise zu denken. Durch ein Factum
des einen Miteigenthümer- ist der Eingriff in die Eigenthums-
sphäre des andern geschehen. Dieses Factum ist die Senkung
des paries, die durch Anlage irgend eines opus bewirkt wurde.
Der Zustand des Hinüberneigens der Mauer läßt sich nun
aber aus doppeltem Gesichtspunkt auffassen: einmal als Folge
jenes in das Eigenthum eingreifenden Facti, und dann als
Fortsetzung dieses Facti selbst, als Beharren in demsel-

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