Full text: Volume (Bd. 1 (1841))

382 Nachtrag.
Zn der zweiten Stelle erläutere Papinian den Satz naher,
inwiefern die dem Substituten und Pupillen auferlegten Legate
getrennt werden müßten. Er entscheide diese Frage dahin, daß
die Legate, welche dem Pupillen und dem Substituten als sol-
chen auferlegt wären, nicht getrennt werden könnten. Allein
etwas anderes gelte hinsichtlich der Legate, welche von dem
Substituten als Miterben des Pupillen hinterlassen worden
seien. Diese müßten von denen getrennt werden, mit welchen
der Pupill beschwert worden sei. Unter dem Ausdruck ceteri,
legatis seien hier die Legate zu verstehen, welche dem Pupillen,
nicht aber die, welche dem Substituten als solchen auferlegt
worden seien, indem Papinian sonst in Widerspruch mit den
von ihm im kr. 41, §. 6, Dig. XXVIII, 6 entwickelten Grund-
sätzen gerathen würde.
Diese Grundsätze würden jedoch durch zwei Ausnahmßbe-
stimmungen, die in der Billigkeit ihren Grund hätten, modisi-
cirt. In dem Falle nämlich, wenn die Portion des substituir
ten Miterben überschwert sei, nicht aber die des Pupillen, soll
aus der freien Portion des Pupillen die Portion des Miterben
einen Zuwachs erhalten. Dieses sage Julian in kr. 87, tz. 5
Dig. XXXV, 2. Der von Julian für diesen Satz angegeben
Entscheidungsgrund könne unmöglich der richtige fein; denn
sonst würde dasselbe eintreten müssen, wenn die Portion des
Pupillen überschwert sei. Der verschwiegene eigentliche Grün
sei der, daß es unbillig erscheinen würde, wenn der Erbe, der
durch die Güte des Testators etwas erhalte, es seinen Legata-
ren nicht zufließen lassen wolle. Eine Vereinigung beider Por-
tionen zum Nachtheile der Legatare des Pupillen könne indessen
nicht angenommen werden. Das würde unbillig gegen die letz-
teren sein.
Eine Vereinigung beider Portionen trete indessen, wie die
ses aus kr. 87, tz. 8, Dig. XXXV, 2. erhelle, dann ein, wenn-
beide Portionen über die Quart beschwert seien, (die des Pu,
Pillen nur weniger). Denn hier müßten die Legate des Pupil-

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